Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

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Schwierigkeiten beim Bau der Liverpool-Manchesterbahn. 
lais-Eisenwcrkcn in Benutzung. Im Jahre 1835 wurde sie zum erstenmal an einer Loko 
motive angebracht und ist seitdem das weltbekannte, wirksame Signalmittel aller Dampfloko 
motiven geblieben. Einige englische Lokomotiven jener Zeit besaßen allerdings eine sogenannte 
Dampstrompete nach Art der Abb. 205. Sie gab einen markerschütternden Ton. (Bergl. 
hierüber auch Abschnitt „Signalwesen.") 
Musterleistungen bei dem Bau der Liverpool-Manchester Bahn sind die Durchquerung 
des über 6 km breiten Chat - Moores, die Anlage des unter Liverpool sich hin 
ziehenden 2000 m langen Tunnels und der gewaltige Felseinschnitt bei Olive - Mount 
(Abb. 206*). Letzterer ist in einer Länge von mehr als 3000 m senkrecht in den Sandstein 
felsen geschnitten und über 30 m tief. Die Hauptschwierigkeit bereitete jedoch das tiefe Chat- 
Moor, das eine Unmenge von Schüttmaterial verschlang, ehe der Bahndamm festen Grund 
faßte und Gestalt annahm. Doch „Perseverance“ war Stephensons Losungswort, mit dem er 
seine oft verzagenden Untergebenen 
anzufeuern verstand, und es gelang 
ihm schließlich, die von allen anderen 
Ingenieuren für unmöglich gehal 
tene Überschienung des Chat-Moores 
durchzuführen (vergl.Abb. 14). Diese 
Leistungen sind um so höher anzu 
schlagen, als damals fast jegliche Er 
fahrung in solchen Bausachen fehlte 
und ebenso die Hilfsmittel zu ihrer 
Durchführung, die heute dem bau 
leitenden Ingenieur durch die hoch 
entwickelte Maschinentechnik so viel 
seitig und leistungsfähig an die Hand 
gegeben werden. G. Stephenson stan 
den damals nur die Kenntnisse zur 
Verfügung, die er sich früher in den 
Kohlenbergwerken erworben. Nun 
mehr hatte er sich zum Altmeister 
der Jngenieurkunst emporgeschwun 
gen. Er starb in Tapton-House am 
12. August 1848 in Glanz und 
Reichtum und wurde nahe seinem 
Landgute in der Dreieinigkeitskirche 
zu Chesterfield begraben. Mehrere 
Denkmäler sind ihm gesetzt worden. 
— Sein Sohn Robert (gest. 1859), 
nachmals auch auf dem Gebiete des 
Brückenbaus bahnbrechend (vergl. 
S. 112 und Abb. 77), ruht in der 
Westminster-Abtei zu London, jener 
Ruhmeshalle Englands, die dem 
Andenken so vieler großer Männer 
jenes Volkes, wessen Berufs sie auch 
sein mögen, geweiht ist. In ihr 
haben neben den Herrscherfamilien 
Großbritanniens, inmitten von Feld 
herren, Staatsmännern und großen 
Naturforschern, auch die um ihr Vaterland so hochverdienten Ingenieure James Watt, Jsam- 
bart Brunel, Robert Stephenson und Telford ihren Ehrenplatz gefunden. Die letzte und 
höchste Ehre, die das für vaterländische Verdienste stets dankbare englische Volk seinen 
hervorragenden Söhnen erweist, ist ein Grab und ein Denkmal in diesem Nationalheiligtum 
zu Westminster. Das große Marmorbildwerk von Watt, das nahe dem Grabmal der jung 
fräulichen Königin Elisabeth errichtet ist, trägt die vielsagende Inschrift: „James Watt, der 
Wohlthäter der Menschheit". 
England versorgte in den nächsten Jahrzehnten die eisenbahnbauenden Länder mit 
Lokomotiven. Neben der Stephensonschen Fabrik entstanden dort bald weitere Lokomotiv- 
bauanstalten, die den immer größer werdenden Bedarf deckten. 
Amerikanischer Lokomotivbau. Auch nach Nordamerika wurden in den 
Jahren 1828—1838, laut „Engineering" 1898, insgesamt 141 Lokomotiven verschiedener 
Bauart geliefert. Anfangs dienten diese den entstehenden amerikanischen Lokomotiv- 
*) Nach Smiles, „Life of G. and R. Stephenson“. 
206. Gtivc-Wonnt-Einschnitt 
der Liverpool-Manchester Eisenbahn.
	        
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