Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

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Flußschiffahrt  im  Altertum.

der  Donau,  wissen  wir,  daß  diese  Flüsse  schon  iin  Altertume  als  Verkehrsvermittler  dienten.
Die  Schiffbarkeit  des  Tiber  war  im  Altertume  eine  größere  als  in  der  Jetztzeit,  doch
waren  die  große  Stromgeschwindigkeit  und  die  überaus  starken  Sandablagerungen  bereits
in  jenem  Zeitraume  zwei  sehr  hemmende  Umstände.  Zu  der  Schiffahrt  gaben  namentlich
das  Vorhandensein  der  Brüche  des  Tiburtiner  und  Gabiner  oder  roten  Steines  oberhalb
Roms,  sowie  die  Möglichkeit  einer  Verbindung  mit  dem  Meere  den  Anstoß.  Die  Schiffahrt
auf  dem  Strome  war  und  blieb  jedoch  beschwerlich.  Kriegsschiffe  wurden  durch  die  Mannschaft, ­
  Handelsschiffe  durch  Ochsen  gezogen,  und  zur  Erleichterung  wurden  frühzeitig  auf
den  Flußufern  gepflasterte  Ziehpfade  hergestellt.  Für  den  Transport  sorgte  die  alte
Körperschaft  der  Codicarii.  Bei  Nacht  ruhte  die  Schiffahrt,  und  dieser  Umstand  hatte
zur  Folge,  daß  zahlreiche  Schiffe  auf  dem  Strome  verankert  lagen.  Zur  Aufrechterhaltung
der  Ordnung  waren  besondere  Polizeiliche  Maßnahmen  getroffen,  an  den  Ufern  entlang

432.  Per  Ganges  bei  Venarrs.
standen  Wachtposten,  deren  Unterhaltungskosten  die  Anlieger  tragen  mußten.  Die  beständige ­
  Vorschiebung  der  Tibermündung  und  die  massenhaften  Sandablagerungen  daselbst
machten  den  antiken  Ingenieuren  die  Aufrechterhaltung  der  Schiffahrt  außerordentlich
schwer,  und  schließlich  erwies  sich  in  diesem  Kampfe  die  Natur  mächtiger  als  der  Mensch.
Die  Rhone  diente  von  sehr  frühen  Zeiten  an  Schiffahrtszwecken,  auf  ihr  spielte  sich
ein  guter  Teil  des  Handelsverkehrs  nach  dem  inneren  Gallien  ab.  Bereits  die  Kaufleute
von  Tyrus  hatten  auf  diesem  Flusse  ihre  Fahrten  gemacht,  und  seine  Schiffbarkeit  blieb
den  griechischen  Seefahrern  nicht  unbekannt.
Die  Anzahl  der  Schiffsfahrzeuge  der  Römer  auf  dem  Rhein  und  dem  Main  war
nicht  gering.  Geschützt  von  einer  starken  Kriegsflotte  dienten  Hunderte  Schiffe  den  Handelszwecken. ­
  Mit  welchen  von  den  Menschen  selbst  bereiteten  Schwierigkeiten  die  Flußschiffahrt
auf  dem  Rhein  im  Mittelalter  zu  kämpfen  hatte,  ist  in  der  Einleitung  eingehend  geschildert.
Da  es  in  jener  Periode  in  Deutschland  gleichsam  zum  guten  Tone  gehörte,  sich  nach
Möglichkeit  gegenseitige  Hemmnisse  in  den  Weg  zu  legen,  so  kann  es  nicht  befremden,
daß  auch  auf  den  anderen  deutschen  Flüssen,  wie  Oder  und  Elbe  die  Schiffahrt  schwer
            
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