Full text: Der Weltverkehr und seine Mittel

Anordnung der Hafenbecken. 523 
erspart bleibt, ist außerhalb des Vorhafens, an der Weser eine hochwasserfreie Landestelle 
geschaffen worden, an welcher die Personenaampfer anlegen. Die vom Lloyd zwischen 
Bremen und Bremerhaven eingestellten Sonderzüge fahren bis zu dieser Landestelle und 
bringen so ihre Fahrgäste unmittelbar von der Bahn znm Schiffe und umgekehrt. Auf diese 
Hafenerweiterungen hat der Bremer Staat 18 1 / 2 Will. Mark verwendet, wovon das Deutsche 
Reich 2 J / 2 Millionen für im Interesse der Kriegsmarine ausgeführte Anlagen beisteuerte. 
Die in den Hafenbecken erforderliche Wassertiefe hängt von dem Tiefgänge der 
Schiffe und in den offenen Häfen von den Schwankungen des Wasserstandes ab. Zwischen 
Schiffskiel und Hafensohle muß noch genügend Spielraum sein, damit die Schiffe auch bei 
Wellenschlag den Grund nicht berühren; auf Reeden und in Einfahrten, wo Wellenschlag 
stattfindet, muß dieser Spielraum ungefähr gleich der Wellenhöhe sein, bei ruhigem Wasser 
510. Der neu» Hafen in Krcmrrhaven. 
und unveränderlicher Sohle genügen 30 cm; selbstverständlich muß dieser Spielraum 
beim niedrigsten im Hafen eintretenden Wasserstand noch vorhanden sein. Der Tiefgang 
der Seeschiffe beträgt 2,75 bis etwa 8 m. Die Hafenbecken von Hamburg haben Wasser 
tiefen von 5,6 bis 9 in; der Hafen in Bremen ist für Schiffe von 5 in Tiefgang und 
für einen Spielraum von 0,3 in angelegt worden. Die oben erwähnte Erweiterung des 
Kaiserhafens in Bremerhaven hat mit Rücksicht auf die daselbst verkehrenden größten 
Dampfer des Norddeutschen Lloyd die bedeutende Wassertiefe von 10,5 in erhalten; die 
Tiefe der Einfahrtsschleuse ist so bemessen, daß noch 9,5 m tiefgehende Schiffe bei schwachen 
Tiden in den Hafen gelangen können. 
Die Lage der Hafenbecken zu einander ist, weil von der Örtlichkeit abhängig und 
hauptsächlich weil die einzelnen Hafenbecken in der Regel erst mit wachsendem Verkehre 
nach und nach entstehen, meist unregelmäßig. In offenen Häfen stehen die einzelnen 
Hafenbecken in offener Verbindung miteinander; in geschlossenen Häfen sind sie durch 
Schleusen miteinander verbunden. Durch diese Schleusen ist die Möglichkeit geboten, im 
Falle notwendiger Ausbesserungen den Wasserstand in einem Hafenbecken zu senken, ohne
	        
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