Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Schwimmdocks.  535
von  16  cbm  in  der  Sekunde.  Außer  diesem  zerlegbaren  Schwimmdock  besitzt  dieselbe
Firma  seit  1896  ein  einheitliches  Schwimmdock  von  17  500  t  Tragfähigkeit,  so  daß  jetzt
auch  die  größten  Seeschiffe  von  8  in  Tiefgang,  welche  früher,  wenn  sie  genötigt  waren,
ein  Dock  aufzusuchen,  nach  England  gehen  mußten,  in  Hamburg  ins  Dock  gehen  können.
Dieses  Dock  hat  eine  Bodenstärke  von  4  m  und  braucht  an  seiner  Liegestelle  eine  Wassertiefe ­
  von  13  m,  wozu  ein  besonderes  tief  ausgebaggertes  Hafenbecken  angelegt  werden  mußte.
Nicht  durch  Leerpumpen,  sondern  durch  Verdrängung  des  Wassers  durch  verdichtete
Luft  wird  das  von  Clark  &  Standfield  erfundene  Dock  schwimmend  erhalten.  Der  Boden
dieses  Docks  besteht  aus  acht  wagerechten  Röhren  von  4  in  Durchmesser,  die  durch  Gitterwerk ­
  miteinander  verbunden  sind;  die  Seitenwände  sind  durch  senkrechte  Röhren  gebildet,

521.  Schwimmdock  der  Merft  von  Klohm  &  Uost  in  Hamburg  mit  dem  Kchnelldampfrr  „Fürst  Kismarck".
Nach  einer  Photographie  von  H.  Breuer.
die  eine  Plattform  tragen.  Die  Röhren  sind  wieder  in  eine  große  Zahl  wasserdichter
Abteilungen  zerlegt,  aus  denen  das  Wasser  durch  Einpressen  verdichteter  Luft  verdrängt ­
  wird.
Um  die  unter  Wasser  liegenden  Teile  eines  Schwimmdocks  untersuchen  zu  können,
ist  selbst  wieder  ein  besonderes  Trockendock  zur  Aufnahme  des  Schwimmdocks  nötig.  Das
Schwimmdock  im  Hafen  von  Bremen,  ein  zweiteiliges  Dock  mit  zusammen  2700  t  Tragfähigkeit ­
  hat  deshalb  einen  verzinkten  Boden  erhalten,  damit  das  Dock  wegen  Reinigung
des  Bodens  und  Erneuerung  des  Anstrichs  möglichst  selten  außer  Betrieb  gesetzt  werden
muß.  Noch  ist  das  von  Clark  erfundene  und  in  den  Victoriadocks  zu  London  zuerst  ausgeführte ­
  hydraulische  Dock  zu  erwähnen.  Dasselbe  besteht  aus  einer  Plattform,  die  von
in  zwei  parallelen  Reihen  stehenden  hydraulischen  Preßkolbeu  auf-  und  abbewegt  wird,
ähnlich  wie  ein  Schiffshebewerk.  Neben  billigen  Betriebskosten  bietet  dieses  hydraulische
Dock  noch  den  Vorteil,  daß  das  gedockte  Schiff  frei  dastehend  der  Luft  und  dem  Licht
vollständig  ausgesetzt  ist.
            
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