Taucherausrüstung. 573
Glas geschlossen. Das vordere Glas sitzt in einem runden, mit Gewinde versehenen Ring
und wird erst kurz, bevor sich der Taucher in die Tiefe begibt, in den Helm eingeschraubt.
Die Pumpe muß in diesem Moment schon in Thätigkeit gesetzt werden.
Um Len Auftrieb des mit Luft gefüllten Taucheranzuges zu überwinden, genügt
nicht das Gewicht des Tauchers, vielmehr muß dieser noch eine künstliche Belastung er
halten. Dieselbe besteht in den bleiernen Schuhsohlen von zusammen 20 kg Gewicht und
in zwei Bleiplatten von 7 oder 10 kg Gewicht, die dem Taucher auf Brust und Rücken
gehängt werden. Diese Gewichtsbelastung und ihre Anordnung hat jedoch noch einen
anderen sehr triftigen Grund. Wenn irgend wer, so kann der Taucher es erfahren, daß
das Gehen nur in einem abwechselnden Stützen und Fallen besteht. Legt er das Brust
gewicht ab, so ist es ihm absolut unmöglich, vorwärts zu gehen. Das Rückengewicht bringt
eine Neigung nach hinten hervor; beim Heben eines Fußes fällt der Körper zurück, und
der Taucher ist gezwungen, zur Stützung den aufgehobenen Fuß nach hinten zu setzen: er
hat einen Schritt rückwärts gemacht. Auch fühlt er sehr bald, daß zum Gehen eine ge
wisse Schwere nötig ist. Würde der Mensch nicht der
Schwerkraft unterliegen, so würde ihm das Gehen un
möglich sein. Läßt daher der Taucher, um dem Übel
stand des Rückwärtsgehens zu entrinnen, auch das
Rückengewicht fort, so daß nur die schweren Bleisohlen
ihn am Grund festhalten, so kann er wiederum nicht
gehen, denn wenn er auch einen Fuß hebt, er mag sich
abmühen, wie er will, er gewinnt keinen Schritt, da
sein Körper nicht nach vorn, aber auch nicht nach
hinten fällt. Sein ganzes Arbeiten ist ein abwechselndes
Heben und Senken der Beine, ohne von der Stelle
zu kommen.
Die ganze Belastung des Tauchers wiegt etwa
40 kg, zieht ihn also rasch an den Grund. An seinem
Anzuge ist eine Leine befestigt, die ein Gehilfe in den
Händen behält und so weit anspannt, daß der Taucher
sowohl eine Führung hat, als auch durch einen oder
mehrere Rucke Signale geben kann. Die Leine dient
schließlich zum Wiederemporziehen des Tauchers; sie ist,
nach Art der Lotleine, von je 2 zu 2 na mit verschieden
artigen Marken versehen, um leicht die Tiefe ablesen zu
können. Die zur Zeit gültigen Signale sind: ein Zug
Luft, drei Züge: zu viel Luft, vier Züge: holt mich herauf, fünf Züge: ich will mit dem
Sprachrohr sprechen. Für die Bedienung dieses erst in späterer Zeit eingeführten Hilfs
mittels ist ein Gehilfe angestellt, der gleichzeitig den Luftschlauch in Ordnung hält und
ihn leitet, wenn der Taucher seinen Ort verändert, auch für richtigen Druck unter Be
obachtung des am Luftschlauch befindlichen Manometers (Druckmessers) sorgt, so daß mit
den zwei an der Pumpe arbeitenden Leuten drei Mann zur Bedienung eines modernen
Tancherapparates erforderlich sind. Ter Ort des Tauchers wird stets deutlich erkannt durch
eine Menge aufsteigender Luftbläschen. Der luftbringende Schlauch hat seinen Ansatz am
Hinterteile des Helms; durch ihn tritt ein beständiger Luftstrom ein. Für den Wieder
austritt muß gleichfalls gesorgt werden, hierfür findet sich an der Vorderseite ein Ventil,
das der Taucher weiter und enger stellen kann. Die ausgeatmete Luft passiert eine Menge
feiner Löcher; sowohl hierdurch als durch den Druck, den die Luft selbst nach außen übt,
wird dem Eindringen von Wasser vorgebeugt.
_ Derartige Taucher arbeiten gewöhnlich paarweise und abwechselnd, eine einzelne
Tauchung dauert durchschnittlich eine halbe Stunde, auf sie folgt eine längere Ruhepause,
so daß ein Taucher bei schönem Wetter etwa 7 bis 8 Fahrten in einem Tage macht.
Außer diesem gewöhnlichen Apparat sind noch allerlei verwickeltere erdacht worden,
durch welche der Taucher von der Oberwelt noch unabhängiger gemacht wird und gleich.
559. Amerikanische Taucher
ausrüstung.
alles wohl, zwei Züge: mehr