Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Baumaterial.

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des  Eisens  gegenüber  dem  Holz  als  Baumaterial  für  Schiffe  in  den  Vordergrunds  im
besonderen  da  man  sehr  bald  zum  Bau  von  Riesenschiffen,  als  welches  der  „Great  Eastern"
noch  heutigestags  bezeichnet  werden  muß,  überging.  Mit  Hilfe  der  großen  Widerstandsfähigkeit ­
  und  Festigkeit  des  Eisens  gegenüber  dem  Holz  und  der  Möglichkeit,  die  einzelnen
Verbandteile  durch  eine  solide  Nietung  zu  einem  festen  Schiffsgebäude  zu  vereinigen,
konnte  man  den  Schiffsrumpf  derart  bauen,  daß  das  Material  mit  Bezug  auf  die  Festigkeit
vollkommener  ausgenutzt  wurde,  als  dies  bei  den  hölzernen  Schiffen  möglich  war.  Dies
brachte  dann  ferner  den  großen  Vorteil  mit  sich,  daß  eiserne  Schiffe  ein  geringeres  Eigengewicht ­
  des  Schiffskörpers  erforderten,  als  hölzerne,  obgleich  das  Verhältnis  der  Gewichte
von  Eichenholz  zu  Eisen  (1  zu  9)  sich  kleiner  zeigt  als  das  Verhältnis  der  Festigkeit  der
Materialien  (1  zu  5).  Während  man  bei  hölzernen  Schiffen  das  Eigengewicht  derselben
auf  50  Prozent  des  Deplacements  rechnen  muß,  beträgt  dasselbe  bei  eisernen  Schiffen
im  Mittel  nur  43  Prozent.  Mit  Einführung  des  Siemens-Martin-Stahl  für  den  Schiffbau
durch  die  Franzosen  Mitte  der  70  er  Jahre  —  der  Englische  Lloyd  ließ  den  weichen

66».  Die  Kurfürstliche  Schiffswerft  zu  AauclKerg.  Nach  einem  KllpKrjliq  aus  dem  17.  Jahrhundert.

Stahl  erst  1880  zum  Bau  der  Schiffe  zu  —  konnte  man  sogar  mit  dem  Eigengewicht
des  Schiffskörpers  auf  38  Prozent  des  Deplacements  heruntergehen.  Diese  Ersparnisse
an  Gewicht  am  Schiffskörper  kommen  natürlich  der  Tragfähigkeit  des  Schiffes  zu  gute.
Wählt  man  ein  Segelschiff  von  3000  Tonnen  Deplacement  als  Beispiel,  so  würde  sich
die  Tragfähigkeit  des  Schiffes  für  die  einzelnen  Baumaterialien  wie  folgt  ergeben.
Viaanarwicht  Tragfähigkeit
Eigengewicht  einschließlich  Ausrüstung

Schiffskörper  aus  Holz  1500  t  1500  t
„  „  Eisen  1290  „  1710  „
„  Stahl  1140  „  1860  „

Bei  demselben  Deplacement,  d.  h.  auch  bei  gleicher  Ausrüstung  der  Schiffe  mit  Takelage
und  Segel  und  demnach  gleicher  Besatzungszahl  an  Mannschaften  ist  das  stählerne  Segelschiff ­
  imstande,  etwa  360  Tonnen  Ladung  mehr  zu  tragen,  d.  h.  24  Prozent  mehr  als
das  hölzerne  Schiff.
Neben  diesem  Gewinn  an  Tragfähigkeit  kommt  nun  noch  als  weiterer  Vorteil  hinzu,
daß  die  Bauweise  in  Eisen  geringeren  Raum  beansprucht  wie  der  Holzbau,  so  daß  für
die  Stauung  der  Ladung  oder  der  sonstigen  Nutzlast  ein  größeres  inneres  Volumen  zur
Verfügung  bleibt.  Bei  zwei  nach  demselben  Riß  erbauten  Schiffen  von  Holz  und  Eisen
Verhalten  sich  diese  freien  Volumina  bei  kleineren  Schiffen  wie  4  zu  5,  bei  größeren  wie

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