664 Schiffbau.
Die Kriegsschiffsboote, sowie der größere Teil der Boote der Kauffahrteimarine
werden aus Holz gebaut und zwar vorzugsweise aus Eichen. Je nachdem die Außen
hautplanken der Boote übereinander greifen oder stumpf aneinander stoßen oder in zwei
Lagen übereinander angeordnet und sich in geneigter Lage kreuzen, unterscheidet man
Klinker-, Kraweel- oder Diagonalboote. Der Bau der Boote erfolgt in geschlossenen
Werkstätten, der Bootsbauwerkstatt. Die Rettungsboote der Passagierdampfer sowie auch
zum großen Teil die Rettungsboote der Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger werden
aus kanneliertem Stahlbleche — Francis' Patent — erbaut und an den Seiten, sowie
vorn und hinten mit stählernen Luftkästen versehen, um die Schwimmfähigkeit des Bootes
auch beim Vollschlagen von der See aufrecht zu erhalten.
618. Aampfbriboot. Nach „Engineering".
Kompositbau. Die Schwierigkeiten, welche schon während der Periode des Holzschiff
baues die Beschaffung gesunder Krummhölzer für die Spanten und Steventeile verursachten,
legten nach Einführung des Walzeisens den Gedanken nahe, diese Teile des Schiffes, ähnlich
wie es schon mit den Balken und Knieen stellenweise geschehen war, aus Eisen herzustellen,
zumal der konstruktive Wert der Holzspanten durch die Zusammensetzung derselben aus
vielen Teilen ein sehr geringer war. Anderseits war die Beibehaltung der hölzernen
Außenhaut wegen der bequemen Befestigung eines metallenen Bodeubeschlages von großer
Wichtigkeit. Und so entstand der sogenannte Kompositbau, eine Vereinigung von Holz
und Eisen zum Bau des Schiffsrumpfes. Der Kompositbau wurde zuerst in England
ausgebildet, und zwar bestehen in der Hauptsache die inneren Verbandsteile desselben
als Spanten, Balken, Kielschwein, Diagonalbänder, Stringer u. s. w. aus Eisen, während
die äußeren aus Dichtigkeit wirkenden Bauteile, wie Kiel, Außenhaut und Decks ans