Holzschiffbau: Boote. Kompositbau. 665
Holz verblieben. Zur Verstärkung des Längsverbandes treten an den am meisten be
anspruchten Teilen und zwar am Kiel, in der Kimm und an den Schergängen, Platten
gäuge hinzu, welche mit den eisernen Spanten vernietet und miteinander durch eiserne
Diagonalschienen verbunden wurden. Ferner werden die Enden der eisernen Decksbalken
durch die sogenannten Stringerplatten miteinander und durch Stringerwinkel mit den
Spanten verbunden, so daß ein vollständiges eisernes Gerippe entsteht, welches als
Auflage für die hölzerne Außenhaut dient.
Auch die hölzernen Steven suchte man durch entsprechende eiserne Trägerkonstruktionen
zu versteifen. Besondere Schwierigkeiten erforderte jedoch die Befestigung der Außenhaut
planken auf den eisernen Spanten, und die zwischen je zwei Spanten anzuordnenden Planken
stöße müssen auf kurzen eisernen Plattenstücken verbolzt werden. Da bei Anwendung
eines metallenen Bodenbeschlages die Isolierung des Metalls von dem eisernen Schiffs
gerippe schwierig ist, so führte man eine doppelte Plankenlage ein, von denen die innere
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679. Frmicis' Natcntrittiingsboot.
mittels eiserner verzinkter Bolzen mit Muttern an den Spanten, die äußere dagegen
durch metallene Holzschrauben an der inneren Holzhaut befestigt wurden. Für größere
Schiffe führte diese Bauweise dann dazu, den Schiffsrumpf ganz aus Eisen oder Stahl
herzustellen mit vollständiger eiserner Außenhaut und diese Eisenhaut dann mit einer
doppelten Holzhaut zu bekleiden. Die Steven dieser Schiffe werden dann meist aus
Bronze gefertigt. Als Jsolierungsmaterial zwischen dem eisernen Schiffsrumpf und der
inneren Holzhaut, sowie zwischen dieser und der äußeren Beplankung benutzt man meist
geteerten Filz mit Marineleim.
Eisen- brziv. Stahlschiffbau.
Nachdem in Vorstehendem der Bau und die Ausrüstung der Holzschiffe und zwar
im besonderen der hölzernen Segelschiffe in allgemeinen Umrissen geschildert ist, wenden
wir uns zu dem heutigestags allgemein eingeführten Eisen- bezw. Stahlschiffban,
welcher in der Bauausführung der gewaltigen transatlantischen Schnelldampfer sowie in
dem Bau der gepanzerten und schwer armierten Linienschiffe der Kriegsmarinen zunächst
einen Höhepunkt erreicht hat, wie er kaum in den Anfängen des Eisenschiffbaues voraus
zusehen war.
Die Einführung des Eisenschiffbanes brachte eine vollkommene Umwälzung der
Werftanlagen sowie der Arbeitsmethoden für den Bau der Schiffe mit sich. Während
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