Eisen- und Stahlschiffbau: Anlage der Decks. 677
innen gebogene und auf die Breite der Längsnähte zugeschärfte vordere Ende der
nächsten Platte.
Die Stärken der einzelnen Außenhautgänge sind nicht durchweg gleich. Der Kiel
gang sowie der Schergang erhalten zur Verstärkung der Gurtungen die größten Dicken
und werden bei großen Schiffen meist gedoppelt. Neben diesen Gängen erfordern die
Kimmgänge wegen ihrer exponierten Lage, sowie die Gänge in der Nähe der neutralen
Achse wegen der dort am bedeutendsten auftretenden Schubspannung eine Verstärkung
gegenüber den übrigen Gängen. Die Verbindung der Außenhautplatten mit den Steven
muß besonders sorgfältig ausgeführt werden. Das Anbringen der Beplattung erfolgt, am
Kiel beginnend, zuerst mit den anliegenden Gängen, auf welche alsdann fortschreitend die
abliegenden Gänge befestigt werden. Das Übertragen der Nietlöcher von den Spanten
und Längsverbindungen, sowie von den Nietreihen der Überlappung der Längsnähte
der anliegenden Gänge auf die zu bearbeitenden Platten erfolgt durch Latten
modelle. Der wasserdichte Abschluß der Außenhaut erfolgt durch Verstemmen der Längs
nähte und Stöße von außen meist mit der Hand, neuerdings vielfach unter Zuhilfenahme
eines pneumatischen Hammers. Für das Stemmen müssen die Platten an den Stößen
und die abliegenden Gänge au den Längs
nähten gehobelt werden.
Der Belag der einzelnen Decks be
steht entweder aus Holzplanken oder aus
einer stählernen Beplattung, im besonderen
bei größeren Schiffen. Letztere wird
Erzielung einer bequemeren Gangbarkeit
meist noch mit Deckplanken belegt, so daß
das stählerne Deck vorzugsweise zur Ver
stärkung des Längsverbandes dient. Bei
den hölzernen Decks ordnet man auf der
Stringerplatte oder der Randplatte des
Stahldeckes einen Wasserlauf an, indem
man in einer Entfernung von etwa 300
bis 400 mm von dem Stringerwinkel einen
Wasserlaufswinkel auf dem Stringerblech
vernietet, gegen welchen die Decksplanken
abstoßen. Der Wasserlauf wird meist aus
zementiert und erhält in jeder wasserdichten
Abteilung mindestens ein Loch, das Speigatt, an welches sich besondere Speigattrohre an
schließen, die das Leck- und Spülwasser durch die Schiffswand hindurch nach außenbords
leiten. Das Belegen der Decksbalken mit Decksplanken, das Verstreben der Decksbalken
durch Längs- und Diagonalbänder erfolgt in gleicher Weise wie beim Holzschiffban. Die
Stöße der Decksplanken werden stets auf einem Balken angeordnet, und werden unter
denselben kurze Plattenstreifen vorgesehen. Die Nietung der eisernen Decks, welche keine
Holzbeplaukung erhalten, wird stets oben glatt ausgeführt, und die Naht- und Stoß
streifen liegen unterhalb der Beplattung. Das Oberdeck erhält meist ein stählernes Schanz
kleid in einer Höhe von 600 bis 1400 mm je nach der Größe des Schiffes. Dasselbe
bildet keinen Verbandteil des Schiffsrumpfes und besteht daher nur aus dünnen, 4- bis
6-mm-Blechen, welche an den oberen Kanten meist mit einer profilierten Relingleiste
garniert sind und nach dem Oberdeck zu durch geschmiedete Relingstützen abgestrebt werden.
Bei Kriegsschiffen wird das Schanzkleid meist zum Bau der kastenförmigen Finknetzkasten
verwertet.
Von besonderer Wichtigkeit für die aus Eisen oder Stahl erbauten Schiffe mit
Bezug auf ihre Sicherheit und Schwimmfähigkeit auf See ist die Teilung des Schiffs
rumpfes durch eiserne Zwischenwände — sogenannte wasserdichte Schotte — in eine
möglichst große Anzahl wasserdichter Abteilungen. Man bezweckt hiermit bei größeren
Havarien, durch Kollisionen mit anderen Schiffen oder bei Grundberührnugen zu er-
Kauptspinit der deutschen AirsfaUpmijer-
korortte „Kachstie".