Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

Torpedoboote.  741

Geschwindigkeit  von  —  18  Knoten  beginnend  —  eine  große  Manövrierfähigkeit  vereinigten ­
  und  infolge  ihrer  kleinen  Abmessungen  den  feindlichen  Geschossen  nur  eine
kleine  Zielfläche  boten.  Das  von  Thornycroft  im  Jahre  1878  erbaute  Torpedoboot
„Lightning"  diente  als  Vorbild  für  die  nunmehr  in  allen  Kriegsmarinen  auftretenden
Torpedoboote,  und  neben  Thornycroft  traten  alsbald  in  England  Narrow,  in  Frankreich
Normand  und  in  Deutschland  Schichau  mit  besonderen  Torpedobootstypen  in  den  Wettbewerb ­
  mit  ein.  Anfänglich  begnügte  man  sich  mit  zwei  Klassen  von  Torpedobooten;  die
größeren  bildeten  selbständige  Boote  für  die  hohe  See,  die  kleineren  dienten  vorzugsweise
für  die  Küsten-  und  Hasenverteidigung  oder  wurden  den  Schlachtschiffen  als  Wachtboote
mitgegeben.  Während  letztere  bei  einem  Deplacement  bis  zu  30  t  eine  Geschwindigkeit
bis  16  Seemeilen  erreichten,  entwickelten  die  Hochseetorpedoboote  bei  einem  Deplacement
von  85  bis  250  t  eine  Geschwindigkeit  von  18  bis  zu  26  Seemeilen.  Neuerdings  hat

764.  Panxerschiff  „Victoria"  »iit  Torprroschutznetz".  Nach  „Engineering".

man  mit  den  Torpedobootszerstörern  ein  Deplacement  von  400  t  und  eine  Geschwindigkeit ­
  bis  zu  32  Seemeilen  erreicht.  Dieselben  werden  meist  als  Zweischraubenbovte
  gebaut.  Die  anfänglich  auf  Torpedobooten  gebräuchlichen  Lokomotivkessel  sind  bei
der  stetigen  Steigung  der  Geschwindigkeit  durch  Wasserrohrkessel  ersetzt  worden.  Zur
Erhöhung  der  Steuerfähigkeit  besitzen  alle  Torpedoboote  neben  dem  Heckruder  ein  besonderes ­
  Bugräder.  Die  Torpedoboote  haben  durchweg  nur  einen  geringen  Freibord  und
ein  gewölbtes  Deck  und  meist  zivei  Türme,  von  denen  aus  das  Boot  gesteuert  und  die
Torpedos  lanciert  werden.  Die  Räume  für  den  Kommandanten  und  die  Mannschaft  sind
sehr  beschränkt,  da  der  größte  Teil  des  Schiffsraumes  von  der  Maschinen-  und  Kesselanlage
nebst  Kohlenbunker  in  Anspruch  genommen  ist.  Die  Armierung  der  Torpedoboote  besteh!
außer  einigen  Schnellfeuer-  oder  Maschinenkanonen  meist  aus  drei  Überwasserlancierrohrcn,
und  zwar  ein  Rohr  fest  im  Bug  eingebaut  und  zwei  Rohre  auf  dem  Deck  zum  Schwenken
eingerichtet  für  den  Breitseilschuß.
Nachdem  der  Whitehead-Torpedo  in  allen  Kriegsmarinen  eingeführt  und  im  besonderen ­
  bei  seiner  Verwendung  auf  schnell  laufenden  Torpedobooten  zu  einer  wichtigen
Angriffsivaffe  ausgebildet  war,  brach  sich  allmählich  das  Bestreben  Bahn,  den  Torpedos
            
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