Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

862  Die  Welttelegraphie.

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zeigt  einen  Teil  eines  Klappcnschrankes,  wie  er  ursprünglich  in  der  deutschen  Reichstelegraphenverwaltung ­
  gebräuchlich  gewesen  ist.
Fünfzig  Stück  der  vorhin  beschriebenen  Anrufsvorrichtungen,  kurz  Klappen  genannt,
sind  in  einem  Schranke  von  1,os  m  Höhe  und  0,66  m  Breite  zusammengestellt.  Jede
Klappe  besitzt  noch  zwei  Kontaktvorrichtungen  oder  Klinken,  welche  mit  je  einem  Stöpselloche ­
  versehen  sind.  Die  eine  der  zugehörigen  Klinken  befindet  sich  unmittelbar  unter  der
betreffenden  Klappe,  die  andere  seitlich  am  Schranke.  Die  Verbindung  der  einzelnen
Apparatteile  ergibt  Abb.  838.
Die  Verbindung  zweier  Teilnehmerleitungen  geschieht  nun  derart,  daß  mittels
zweier  durch  eine  Leitnngsschnur  verbundener  Stöpsel  (Abb.  839)  zwei  entsprechende
Klinken  miteinander  verbunden  werden.  Die  Stöpsel  heben  die  Federn  F  bzw.  R  von
den  Winkelstützen  F  bezw.  R‘  (Abb.  838)  ab  und  stellen  die  Verbindung  zwischen  den
beiden  Leitungen  her.  Die  neueren  Klappenschränke  zeigen  gegen  die  älteren  einige

841.  Niclfachumschalter.

Abweichungen,  die  für  den  Betrieb  zwar  vorteilhaft  sind,  an  dem  Prinzip  derselben  indes
nichts  ändern.
Der  Betrieb  der  Fernsprechämter  wickelt  sich  mittels  der  Klappenschränke  wesentlich
leichter  ab  als  mittels  der  älteren  Linienumschalter.  Gleichwohl  haben  sich  aber  auch  bei
der  neueren  Einrichtung  Schwierigkeiten  ergeben,  die  namentlich  dann  sehr  störend  auftreten, ­
  wenn  in  einer  Vermittelungsanstalt  eine  größere  Einzahl  von  Klappenschränken
aufgestellt  werden  muß.  Denn  da  die  Teilnehmerleitungen  an  die  verschiedenen  Klappenschränke ­
  geführt  sind,  so  müssen  vielfach  zwei  Beamte  bei  der  Ausführung  einer  Verbindung ­
  mitwirken,  und  die  an  die  verschiedenen  Schränke  verteilten  Beamten  müssen  sich
daher  die  Nummern  u.  s.  w.  der  gewünschten  Teilnehmerleitungen  zurufen,  was  oft  ein
unerträgliches  Geräusch  hervorruft,  unter  welchem  auch  die  Sicherheit  des  Betriebes  leidet.
Diesen  Nachteil  beseitigte  der  von  der  Western  Electric  Company  in  Amerika  ausgeführte ­
  sogenannte  Vielfachumschalter  (multiple  switchboard),  bei  welchem  jeder  Beamte
sämtliche  in  eine  Vermittelungsanstalt  eingeführte  Leitungen  zu  seiner  Verfügung  hat,  und
selbständig,  also  ohne  Mitwirkung  eines  zweiten  Beamten,  jede  beliebige  Verbindung
zwischen  je  zwei  Teilnehmer  auszuführen  und  wieder  aufzuheben  vermag.  In  seiner
Bauart  unterscheidet  sich  der  Vielfachumschalter  (Abb.  841)  von  den  eben  beschriebenen
            
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