Full text : Der Weltverkehr und seine Mittel

894

Die  Weltwirtschaft.

Länder

Zeiträume

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Länder

Zeiträume

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Frankreich

1886—1891

0,07

Ungarn

1,04

Spanien

1877—1887

0,54

Rußland

1871—1880

1,41

Schweiz

1880—1888

0,38

Vereinigte  Staaten  .  .

1880—1890

2,21

Deutsches  Reich  .  .  .

1885—1890

1,07

darunter:

darunter:  Preußen  .  .

„

1,12

Nordatlantische  Staaten

„

1,81

Sachsen  .  .

„

1,92

Südatlantische  Staaten.

„

1,53

Bayern  .  .

„

0,64

Nördliche  Centralstaaten

„

2,52

Württemberg.

„

0,41

Südliche  Centralstaaten

„

2,06

Österreich

1880—1890

0,76

Westliche  Staaten  .  .

„

5,25

Belgien  ......

1880—1890

0,95

Kanada

„

1,11

Niederlande

1879—1889

1,17

Britisch  Indien  .  .  .

1881—1891

0,93

Großbritannien  und  Ir-Viktoria



„

2,78

land

1881—1891

0,78

Neusüdwales  ....

„

3,97

darunter:  England  und

Queensland

4,01

Wales  .  .  .

„

1,10

Südaustralien  ....

„

1,35

Schottland

„

0,75

Westaustralien  ....

„

5,06

Irland.  .  .

„

—  0,95

Wie  aus  diesen  Übersichten  hervorgeht,  leben  wir  in  Europa  in  einer  Periode
raschen  Wachstums  der  Bevölkerung,  wie  sie  in  der  Geschichte  ohne  Beispiel  dasteht.
Von  1800  aus  1895  hat  sich  die  Bevölkerung  Europas  mehr  als  verdoppelt;  sie  ist  in
diesem  Zeitraum  von  187,3  auf  378,3  Millionen  gestiegen,  während  sie  für  das  Zeitalter ­
  Luthers  noch  auf  bloß  60  —  70  Millionen  geschätzt  wurde.
Im  allgemeinen  war  die  Zunahme  in  Osteuropa  stärker  als  im  Westen.  Namentlich
in  Rußland  hat  die  dünne  Bevölkerung  weiter  Landstriche  ein  rasches  Wachstum  der
Volkszahl  begünstigt.  Trotzdem  wird  Rußland  von  dem  dicht  bevölkerten  industriellen
England  an  Raschheit  der  Volkszunahme  noch  weit  übertroffen.  Die  unvergleichliche
Weltstellung,  die  Englands  Industrie  und  Handel  einnimmt,  setzte  es  in  stand,  eine  Bevölkerung ­
  zu  ernähren,  die  dreimal  so  groß  ist  als  die,  die  es  mit  dem  Ertrag  seiner
heimischen  Äcker  erhalten  könnte.  Einen  treffenden  Beleg  für  den  großen  Einfluß  der  wirtschaftlichen ­
  Verhältnisse  auf  die  Volksvermehrung  und  einen  scharfen  Gegensatz  zu  England
bildet  Irland,  wo  die  herrschenden  Engländer  keine  Industrie  aufkommen  ließen  und
gleichzeitig  agrarische  Mißstände  der  Bevölkerung  auch  den  landwirtschaftlichen  Erwerb
schmälern.  Infolgedessen  trat  eine  Verminderung  der  Bevölkerung  von  7,7  Millionen
im  Jahr  1830  auf  4,s  Millionen  im  Jahr  1895  ein,  was  in  den  letzten  Jahren  einer
Abnahme  von  nahezu  1%  entsprach.
Aber  auch  die  übrigen  germanischen  oder  vorwiegend  germanischen
Länder  Westeuropas  zeigen  eine  Volksvermehrung,  die  nur  wenig  hinter  der  russischen
zurückbleibt.  Im  Deutschen  Reiche,  wo  die  Bevölkerung  im  Anfange  des  18.  Jahrhunderts ­
  noch  14—15  Millionen  betragen  haben  dürfte,  war  sie  im  Jahre  1800  bereits
auf  24,5,  im  Jahre  1895  auf  52,9  Millionen  gestiegen.  Die  jährliche  Bevölkerungszunahme ­
  beträgt  mehr  als  1  °/ 0 ,  so  daß,  wenn  das  gleiche  Wachstum  anhält,  das  deutsche
Volk  zu  Ende  des  20.  Jahrhunderts  150—200  Millionen  ausmachen  dürfte.  Interessant ­
  ist  die  Verschiedenheit  der  Volksvermehrung  in  den  einzelnen  Gebieten.  Auch
hier  tritt  die  Überlegenheit  der  industriellen  Länder  hervor;  das  industrielle  Preußen
und  Sachsen  übertrifft  an  Raschheit  der  Zunahme  weitaus  das  mehr  agrarische  Süddeutschland. ­

Die  geringste  Zunahme  haben  im  allgemeinen  die  romanischen  Länder  zu
verzeichnen.  In  Frankreich,  dessen  Bevölkerung  bis  1860  ungefähr  gleich  rasch  wuchs
wie  die  Deutschlands,  ist  seither  eine  empfindliche  Verlangsamung  der  Zunahme  eingetreten, ­
  die  fast  zum  Stillstand  geworden  ist.  Von  35,7  Millionen  im  Jahre  1860  ist
            
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