Full text : Bankpolitik

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II.  Der  Geldmarkt.

von  den  sonstigen  Auslandsgeldern,  die  in  regulärer  Bewegung
zwischen  den  Geldmärkten  wandern,  unterscheiden  sich  diese  Guthaben
grundwesentlich  durch  ein  Moment:  nicht  der  stärkere  Geldmarkt  stellt
dem  schwächeren  Leihgeld  zur  Verfügung,  sondern  regulär  ist  gerade
im  verleihenden  Land  der  Zins  höher:  Japan  hat  fast  immer  höheren
Bankdiskont  als  London,  Petersburg  höheren  als  Paris  und  Berlin.
Oie  Gelder  arbeiten  nicht  im  Ausland  des  höheren  Ertrags  willen,
sondern  ungeachtet  des  niedrigeren  Ertrags,-  es  wird  bewußt  ein  Zinsopfer ­
  gebracht.  Dadurch  unterscheidet  sich  die  Bewegung  dieser  Gelder
von  jener  der  andern  auswärtigen  Guthaben:  Viskontermäßigung
stößt  sie  nur  unter  bestimmten  Voraussetzungen  und  in  begrenzter
Menge  in  andere  ausländische  Staaten  (nicht  in  das  Heimatland)  ab,
Diskonterhöhung  vermag  ihren  Zufluß  nur  ausnahmsweise  zu  steigern,
ihren  Abfluß  nur  ausnahmsweise  zu  verhindern.  Soweit  die  Gelder
nicht  für  die  nächste  Ruponzahlung  benötigt  werden,  ist  ihr  Zu-  und
Abfluß  von  politischen  und  budgetären  Erwägungen  bestimmt,-  es
wird  durch  die  Schwierigkeit  der  Beurteilung  der  Bewegungen  und
die  Größe  dieser  von  einem  Punkt  zu  lenkenden  Guthaben  in  die  großen
europäischen  Geldmärkte  ein  Zug  der  Unsicherheit  gebracht  und  den
Schuldnerstaaten  die  Möglichkeit  zur  Beeinflussung  des  Geldmarkts
der  Gläubigerstaaten  gegeben.
Die  auswärtigen  Guthaben  vermögen  günstige  und  ungünstige
Zahlungsbilanz  auf  längere  Zeit  auszugleichen  als  die  Devisenpolitik.
Die  Devisenpolitik  erweist  sich  nur  als  wirksam,  wenn  Monate  günstiger
und  ungünstiger  Zahlungsbilanz  einander  rasch  folgen,  während  die
Politik  der  Haltung  von  Auslandsguthaben  einen  weit  längeren  Zeitraum ­
  überbrücken  kann.  Die  Schaffung  von  Auslandsguthaben  durch
eine  Anleihe  vermag  den  Ausgleich  für  eine  sonst  ungünstige  Zahlungsbilanz ­
  auch  durch  mehrere  Zähre  zu  schaffen  und  über  die  Notwendigkeit
einer  Diskonterhöhung  hinwegzutäuschen.  Rußland  bietet  hiefür  in
der  Gegenwart  den  deutlichsten  Beweis.
Devisenpolitik  und  Auslandsguthaben  arbeiten  in  umgekehrter
Richtung  wie  die  Diskontpolitik:  sie  stellen  dem  Ausland  kurzfristige
Mittel  zur  Verfügung,  während  die  Diskontpolitik  Rrediterlangung
vom  Ausland  bezweckt,-  sie  verzichten  auf  eine  mögliche  Herabsetzung
des  inländischen  Geldmarktzinses,  die  bei  Verwendung  aller  verfügbaren ­
  Gelder  der  Volkswirtschaft  eintreten  würde,  um  dadurch  für
den  Bedarfsfall  Forderungen  an  das  Ausland  zu  besitzen.  —
Der  Rauf  von  auswärtigen  Effekten,  der  den  Notenbanken  in
diesem  Zusammenhang  von  verschiedenen  Seiten  nahegelegt  wurde,
            
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