Full text : Bankpolitik

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II.  Der  Geldmarkt.

bei  politischen  Krisen  die  Zahlungsfähigkeit  gefährdet  wäre.  Kür  einen
Teil  der  Geldmarktkredite  ist  nicht  die  Verzinsung  allein,  sondern  bankpolitische ­
  Rücksichten  entscheidend,  namentlich  für  die  Gewährung  von
Lffektenkredit  im  Zusammenhang  mit  dem  Emissionsgeschäft.  Endlich
können  die  inländischen  Geldmarktkredite  zum  weitaus  größten  Teil
ohne  Benützung  von  Währungsgeld  gewährt  werden,  die  ausländischen
dagegen  können  nur  aus  Korderungen  gegen  den  konkreten  Uuslandstaat,
  aus  Barkasse  oder  Guthaben  bei  der  Notenbank  geleistet  werden,
sodaß  erst  der  in  den  meisten  Ländern  sehr  starke  Widerstand  der  Notenbank ­
  gegen  die  Goldhergabe  für  Ruslandskredit  überwunden  werden
muß.
Kür  die  Verzinsung  der  den  ausländischen  Plätzen  zur  Verfügung
gestellten  Gelder  bildet  die  Untergrenze  die  Leihrate,  die  auf  dem  heimischen ­
  Geldmarkt  bei  gleichwertiger  Unlage  zu  erreichen  ist  zuzüglich  des
Valutarisikos.
vie  Unlagen  des  Geldmarkts  im  weiteren  Sinn  scheiden  aus  der
internationalen  Konkurrenz  aus.  vie  Banken  geben  im  Uusland  arbeitenden ­
  Unternehmungen  nur  ganz  ausnahmsweise  Betriebskredit,
weil  ihnen  die  Kontrole  der  Betriebsführung  unmöglich  ist.  Es  ist  zwar
in  einzelnen  Reichen  durch  Gewährung  des  Betriebskredits  in  Form
des  Bankakzepts  gelungen,  den  Geldmarkt  im  engeren  Sinn  zur  Deckung
eines  Teiles  des  Betriebskredits  zu  gewinnen,  aber  die  Unterbringung
derartiger  Ukzepte  im  internationalen  Verkehr  hat  vielfach  —  wie  uns
scheint  mit  Recht  —  Schwierigkeiten  bereitet,  vie  Konditionen  für  den
Betriebskredit  sind  darum  in  allen  Reichen  von  der  Bankrate,  nicht  vom
Privatsatz  abhängig.  —
vie  Wanderungsrichtung  der  Leihgelder  ist  nicht  allein  von  der
Stärke  des  Kapitalreichtums  abhängig:  ein  ärmeres  Reich  sendet  in
das  reichere  Leihkapital,  wenn  dort  zeitweise  der  Zins  höher  ist  entweder
wegen  schlechter  Organisation  des  Geldmarkts  —  zum  Beispiel  bisher
New  pork  —  oder  im  Kall  intensiver  Konjunktur  im  reicheren  Land
bei  gleichzeitiger  Depression  im  ärmeren  oder  bei  Zusammentreffen
einer  ungünstigen  Jahreszeit  auf  dem  Geldmarkt  des  reicheren  mit
einer  günstigen  auf  jenem  des  ärmeren  Staates  —  so  ist  z.  L.  London
in  den  ersten  Monaten  des  Jahres  wegen  der  Steuereinzahlung  bei  der
Bank  von  England  relativ  angespannt,  während  die  kontinentalen
Märkte,  von  den  Monatsschlüssen  abgesehen,  gerade  im  ersten  Vierteljahr ­
  im  Verhältnis  zum  Jahresdurchschnitt  flüssigen  Geldstand  aufzuweisen ­
  pflegen.  —
Wie  wir  sahen,  ist  der  Verkehr  unter  den  Geldmärkten  außeror ­
            
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