Full text : Bankpolitik

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III.  Oer  Kapitalmarkt.

abwerfen,  ohne  jedoch  darin  einen  Matzstab  für  die  neue  Unternehmung
zu  erblicken,  da  sich  ja  diese  erst  ihren  Platz  schaffen  mutz,  erhöhte  Acquisitions-
  und  Grganisationsspesen  hat,  durch  ihren  Eintritt  in  den  wirtschaftlichen ­
  Wettbewerb  eventuell  eine  preis-  und  Gewinnreduktion  herbeiführt. ­
  Bei  Unternehmungen,  die  als  outsickers  bestehenden  Kartellen
gegenüber  auftreten,  sind  die  Rosten  der  ersten  Verlustjahre  mit  ins  Nalkül
  zu  ziehen  und  das  Napital  für  diese  Verluste  ausreichend  schon  bei
der  Gründung  zu  bemessen.  Neue,  noch  unerprobte  Unternehmungszweige ­
  eignen  sich  für  die  Bantfinanzierung  nicht.  Dieser  Standpunkt
mag  engherzig  erscheinen,  aber  wer  die  zahlreichen  Kehlkalkulationen  auch
bei  gründlichster  Prüfung  eines  Unternehmens  kennt,  wird  damit  übereinstimmen. ­


55.  Das  Aonsortialgeschäft.
Auf  dem  europäischen  Nontinent  und  in  den  Vereinigten  Staaten
werden  weitaus  die  meisten  Neuemissionen  durch  ein  Bankenkonsortium
  auf  den  Markt  gebracht.  Eine  Ausnahme  bilden  zeitweise  nur  die
Renten  einiger  ganz  grotzer  Staaten,  welche  direkt  zur  Subskription  aufgelegt ­
  werden  —  aber  auch  dies  geschieht  nur  in  Perioden  starker  Napitalflüssigkeit
  —  ferner  die  Pfandbriefe,  deren  verkauf  zumeist  kommissionsweiseübernommen ­
  wird.  In  allen  übrigenKällen  übernimmt  ein  von  einer
Lank  gebildetes  Nonsortium  die  Anleihe  oder  das  Aktienkapital  fix,  um  es
zu  einem  höheren  Nurse  an  den  Markt  zu  bringen.  Bei  der  Beurteilung
des  Charakters  des  Nonsortiums  ist  der  Zeitraum  seiner  voraussichtlichen ­
  Dauer  von  besonderer  Wichtigkeit.  Das  Risiko  bei  Uebernahme
von  Aktien  einer  eben  umgewandelten  oder  neugegründeten  Gesellschaft,
die  nach  deutschem  Gesetz  erst  ein  Jahr  später  auf  den  Markt  kommen  kann,
ist  natürlich  größer  als  das  Risiko  bei  Uebernahme  einer  Anleihe,  die
schon  wenige  Tage  später  nach  Erledigung  der  Zulassungsbedingungen
herausgebracht  werden  kann.  Immerhin  ist  auch  im  letzteren  Kall  das
Nonsortialgeschäft  mit  Risiken  verbunden,  weil  der  Emissionskurs  nur
schätzungsweise  angesetzt  werden  kann,  ein  Zrrtum  in  der  Beurteilung
der  Aufnahmefähigkeit  des  Publikums  sehr  leicht  ist  und  alle  ungünstigen
Ereignisse  in  der  Zwischenzeit  zwischen  Abschlutz  des  Nonsortialgeschäftes
und  Emission  der  Bank  zur  Last  fallen.  Aus  diesem  Grunde  kann  man
es  als  Gepflogenheit  der  Nontinentalbanken  bezeichnen,  bei  Nonsortien
nicht  mehr  als  k0—25%  für  sich  selbst  zu  nehmen  und  den  Rest  abzugeben. ­
  von  dieser  Regel  wurden  gelegentlich  in  sehr  kapitalsflüssigen
Zeiten  Ausnahmen  gemacht,'  so  hat  z.  B.  der  Credit  Lyonnais  für  sich
            
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