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III. Oer Kapitalmarkt.
daß in der Gegenwart der Rückgang der Dividende bei einer Bank in
normalen Zeiten als unliebsame Ausnahme empfunden wird.
Ruch in der Industrie wurde die Dividende vielfach stabilisiert und
zwar durch Zurückhaltung eines Teils des Konjunkturgewinnes, durch
das LeteiligungsMem, welches führenden großen Unternehmungen
regelmäßige Aufträge zu vertragsmäßigen Bedingungen sicherte; Rar
telle selbst konnten die preise nicht immer anstecht halten, aber sie ver
mochten bei Depression ein zu starkes Sinken der Gewinnkurve zu ver
meiden.
Bei vorsichtiger Vividendenpolitik kommt in den ausgezahlten
Gewinnbeträgen weder Konjunktur noch Depression zum Ausdruck. Der
Grundsatz der Bilanzwahrheit hat sich zu einer leeren Prinzipienforde-
rung verflüchtigt. Nicht das Ergebnis des Gewinn- und Verlustkontos
bestimmt die Dividende, sondern vielfach wird umgekehrt zuerst von
der Direktion die Dividende bestimmt und danach das zu veröffentli
chende Gewinn- und Verlustkonto angelegt. Zn den letzten Zähren sind
in Deutschland und Oesterreich NMIionenverluste bei einzelnen Unter
nehmungen aus stillen Reserven ohne Reduktion der Dividende oder
der Reserve gedeckt worden, Verluste die vor vier Jahrzehnten eine
Bank zugrunde gerichtet hätten.
6J. Das Verhältnis zwischen vankenplacement und vörseplacement.
Oie Kreditbanken, Sparkassen, Postsparkassen erfassen das neu
gebildete Kapital an der Ouelle. Selbst das Großkapital gewöhnt sich
immer mehr daran durch die Banken zu arbeiten statt die Börse direkt
aufzusuchen, und der Kundenkreis der an den großen Börsen vertre
tenen Privatbankiers und Kommissionsfirmen hat sich gelichtet. Die
Kraft der Börse hat infolgedessen aus dem Kontinent mit dem Wachs
tum der Wirtschaft nicht gleichen Schritt gehalten und selbst führende
Zinanzbanken, wie die Banque de Paris, welche sonst sich ausschließlich
des Lörsenplacsments bedienten, haben sich in den letzten Zähren ge
nötigt gesehen Verbindungen mit anderen Kreditbanken einzugehen,
welche eine Organisation zum direkten Absatz der Effekten besitzen. Der
sichtbare Zortschritt des Lankenplacement und der Rückgang der re
lativen Bedeutung der Börse hat vielfach die Vermutung aufkommen
lassen, daß die Zukunftsentwicklung ausschließlich dem Bankenplace
ment gehöre und die Organisation der Börse überlebt sei. Die Emis
sionen würden schon jetzt zu einem erheblichen Teil mit Umgehung der
Börse durchgeführt und die innere Kompensation, d. h. die Ausgleichung