Full text : Bankpolitik

15.  Oie  Bestimmung  der  Zinssätze  des  Geldmarkts.

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-er  Privatsatz  kann  aber  in  diesen  Tagen  viel  niedriger  stehen  als  dis
tägliche  Geldrate,  da  die  Wechsel  ja  noch  im  Januar  und  Februar  laufen,
für  welche  Monate  der  Privatdiskontnehmer  niedrigeren  Geldstand
schätzt.  Line  Bank  wird  lieber  einen  Wechsel  mit  zweimonatlicher  Laufzeit ­
  am  20.  Dezember  zu  5%  diskontieren  als  Börsegeld  auf  wenige
Tage  zu  8%  verleihen,  wenn  sie  annimmt,  daß  von  Anfang  Januar
ab  der  Diskontsatz  auf  4%  herabgehen  wird.  Im  Januar  aber,  wo
viele  Emissionen  von  neuen  Wertpapieren  stattfinden  und  die  Banken
für  den  Einzahlungstag  Geld  bereithalten  müssen,  ist  ein  großes  Angebot ­
  von  Kreöit  da,  der  nur  für  wenige  Tags  verliehen  werden  soll,
und  die  Sätze  für  tägliches  Geld  stehen  niedrig.
Das  Börsegeld  in  seinen  verschiedenen  Formen  und  der  Diskont ­
  von  Bankakzepten,  die  beiden  Geschäfte  des  „offenen  Geldmarkts"
stellen  mit  Rücksicht  auf  die  Dualität  der  Schuldner  die  liquidesten
Arten  der  Kreditgewährung  dar,-  jede  Kreditbank  hält  eine  namhafte
Tuote  ihrer  Mittel  in  diesen  liquiden  Anlagen  erster  Ordnung.  Für
diese  Mindestquote  bilden  die  Zinsen,  die  für  Einlagen  entrichtet  werden ­
  müssen,  nicht  die  Untergrenze,'  ebenso  ist  der  offene  Markt  das
Reservoir  für  alle  den  Banken  zukommenden  Zuflüsse,  die  keine  andere ­
  Verwendung  finden  können,  vor  den  Ronjunkturbeginnen  sind
.außerordentlich  niedrige  Geldmarktsätze  zu  verzeichnen,  da  dieser  Teil
der  Mittel  der  Kreditbanken  sowie  die  Rapitalien  jener  Institute,  welche
ausschließlich  auf  dem  offenen  Geldmarkt  arbeiten  (zum  Beispiel  die
'Seehandlung)  zur  Befriedigung  des  Bedarfs  genügen.  Uebersteigt
jedoch  der  Bedarf  des  offenen  Marktes  die  Mittel  der  ausschließlich
auf  diesem  arbeitenden  Institute  und  die  aus  Liquiditätsgründen  dort
verwendete  Mindestquote  der  fremden  Gelder  der  Rreditbanken,  so
treten  die  Anlagen  des  offenen  Marktes  mit  den  sonstigen  Geldmarktkrediten ­
  in  Wettbewerb  und  nähern  sich  den  Bedingungen  des  Wechseldiskontsatzes ­
  oder  erreichen  sie.
Für  die  Schuldner  des  offenen  Marktes  bildet  normalerweise
der  Banksatz  der  Notenbank  die  Gbergrenze  des  Satzes,  den  sie  bei
Diskontierung  ihrer  Akzepte  zulassen  können,-  denn  wenn  der  Privatfatz
  die  höhe  der  Bankrate  erreicht,  so  ist  es  für  die  Bank  vorteilhafter
sich  die  benötigten  Mittel  statt  durch  Begebung  von  Akzepten  durch
Rediskontierung  von  Warenwechseln  ihrer  Runden  bei  der  Notenbank
zu  beschaffen.  Diese  Gbergrenze  kann  jedoch  in  zwei  Fällen  durchbrochen ­
  werden:  Bei  vertragsmäßiger  Zusage  von  Akzeptkredit  an  die
Runden,  die  zur  Akzeptbegebung  zwingt  und  bei  Unmöglichkeit  der
Rediskontierung  bei  der  Notenbank  —  wenn  die  Rreditbank  das  ihr
5  o  tu  a  r  y,  Bankpolitik.  4
            
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