Full text : Bankpolitik

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II.  Der  Geldmarkt.

angenommen  wurde,  daß  2 / 3  davon  jederzeit  im  Verkehr  bleiben  würden, ­
  setzte  das  Gesetz  den  Umlauf  ungedeckter  Noten  auf  14  Mllioneu
  £  fest,  während  die  übrigen  7  Millionen  £  und  jede  künftige  Erweiterung ­
  des  Geldbedarfs  metallisch  voll  gedeckt  sein  mutzten.  Den
andern  Notenbanken  wurde  ein  kleiner  Betrag  ungedeckter  Noten  gestattet, ­
  der  bei  Fusionierung  mit  der  Bank  von  England  deren  Kontingent
  an  ungedeckten  Noten  erhöhen  sollte,-  die  Bedingungen  für
die  Provinzbanken  waren  hart  abgefaßt,  um  der  Absicht  des  Gesetzgebers ­
  die  Notenausgabe  zu  zentralisieren  zu  entsprechen.  —
Für  die  Entwicklung  des  Kontinente  hatte  die  peelsche  Bankakte
zwei  bedeutsame  Konsequenzen:  Die  Notwendigkeit  der  zentralen
Notenbank  war  von  dem  Führer  der  liberalen  Partei  Englands  gerade
in  dem  Zeitpunkt  des  vurchdringens  des  liberalen  Programms  anerkannt ­
  worden;  die  freie  Konkurrenz,  die  noch  ein  Jahrzehnt  vorher
auch  im  Bankwesen  als  das  erstrebenswerte  Ziel  gegolten  hatte,  wurde
auf  dem  Gebiet  der  Notenbanken  beseitigt.  Ferner  hat  die  Forderung, ­
  datz  die  Notendeckung  nicht  dem  Ermessen  der  Bankleitung,
sondern  jenem  des  Gesetzgebers  zu  überlassen  sei,  sich  allgemein  durchgerungen. ­

Aber  die  Art,  wie  die  peelsche  Bankakte  den  Grundsatz  durchführte ­
  und  wie  er  in  den  meisten  Staaten  des  Kontinents  zur  Anwendung ­
  kam,  bedeutete  einen  schweren  Rückschritt  gegen  die  Summe
von  Erkenntnis,  welche  im  Balliern  Report  und  bei  Nteardo  ihren  Ausdruck ­
  gefunden  hatten.  Oer  wichtige  Unterschied  zwischen  Goldabflutz
in  den  nationalen  Verkehr  und  Goldabflutz  ins  Ausland  war  verwischt
worden  —  die  Lank  von  England  mutzte  sich  in  beiden  Fällen  gleichmäßig ­
  verhalten  —  und  es  war  die  Forderung  Ricardos  nach  einer
Währung,  die  bei  unveränderlichem  Standard  die  äußerste  ®  es  ernenne  in
der  Nketallverwendung  hat,  in  ihr  Gegenteil  verkehrt  worden:  Durch
dis  Begrenzung  der  Ausgabe  ungedeckter  Noten  war  die  Notwendigkeit
gegeben,  jeöe  Erhöhung  des  Währungsbedarfs  des  Landes  durch  Gold
zu  decken,-  an  Stelle  der  Forderung  nach  dem  ökonomischesten  hatte
sich  jene  nach  dem  teuersten  Zirkulationsmittel  durchgesetzt.  Oer  Uebergang
  dieser  beiden  Tatsachen  in  die  Gesetzgebung  und  Praxis  der  wichtigsten ­
  kontinentalen  Notenbanken  hat  sich  nach  den  Erfahrungen  der
letzten  Jahrzehnte  als  schwerer  Nachteil  erwiesen.
Oie  übliche  Kritik  der  peelschen  Bankakte  erschöpft  sich  schon  seit
70  Jahren  in  zwei  gleichförmig  wiederholten  Argumenten:  Sie  hätte
nur  die  Noten-,  nicht  die  Oepositendeckung  vorgesehen  und  binde  die
Bank  an  zu  starre  Grenzen.  Beide  Einwände  sind  völlig  zutreffend,
            
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