256* Neckarsulmer Fahrzeugwerke A.-G., Neckarsulm.
Preise von 6 Pfennig, die Flasche Sodawasser a % Liter zu 3 Pfennig verabreicht. Der
Gesamtkonsum an Tee und Limonaden beträgt pro Monat ca. 40 000 Flaschen.
Der trotz der niedrigen Preise für beide Getränke nach Abschreibung der Einrichtungen
verbleibende Gewinnüberschuß fließt wiederum dem Fonds der Krankenkasse zu.
Der Tee und die so sehr beliebten Limonaden haben in ihrer Eigenschaft als gute und
billige Getränke noch den Vorzug, den Verbrauch an alkoholischen Getränken zu vermin
dern und so neben dem Vorteil der erheblichen Geldersparnis die Leistungsfähigkeit und das
Wohlergehen der Arbeiter zu fördern. Die Erfahrungen nach dieser Richtung waren nur
die denkbar günstigsten.
WASCHRÄUME. Jede besondere Gebäudegruppe hat ausgedehnte spezielle Wasch
räume mit Warm- und Kaltwasserzuführung und Schwenkbecken, damit jeder einzelne
Arbeiter vor Verlassen der Fabrik eine eigene gute Waschgelegenheit mit regelmäßiger,
frischer, temperierter Wasserzufuhr hat.
BADEGELEGENHEITEN. Verschiedene Douchebäder mit Warm- und Kaltwasser
leitung sind eingerichtet, um auch zu bestimmten Zeiten komplette Bäder nehmen zu können.
Bei den nächsten Neubauten
der Werke wird darauf Rücksicht
genommen werden, noch weitere
Badegelegenheiten zu schaffen.
WOHLFAHRTSFONDS. Der
im Laufe der Jahre auf 97000 M.
angelaufene W ohlf ahrtsf onds wur
de durch eine weitere Zuweisung
anläßlich des Jahresabschlusses am
30. September 1912 um 10000 M.
auf 107000 M. erhöht. Der Fonds
dient dazu, bedürftige Kranke und
sich durch unverschuldete Vor
kommnisse in bedrängter Lage
Befindliche zu unterstützen.
Außerdem wurde bisher an
alle zum Militär einberufenen Re
kruten aus diesem Fonds je nach
Länge ihrer Arbeitsdauer in der
Fabrik einmalige Beträge bis zu 20 M., ferner an die zu einer militärischen Übung
eingezogenen Reservisten ohne Unterschied der Arbeitsdauer einen einmaligen Betrag
von 20 M. bezahlt.
Diesem Fonds werden am Schlüsse des Geschäftsjahres die auf gelaufenen Zinsen je
weils hinzugefügt.
Der Fonds ist Eigentum der Firma und bestimmt die Direktion über die Aufwendungen
aus demselben. Anträge zur Unterstützung Bedürftiger können von Seiten des Arbeiter
ausschusses oder der Meister gestellt werden.
BETRIEBSKRANKENKASSE UND FAMILIENVERSICHERUNG. Der Betriebskran
kenkasse ist eine Familienversicherung angeschlossen, wodurch den verheirateten Arbeitern
der große und wertvolle Vorteil geboten ist, gegen Bezahlung eines ganz geringen Betrages
(25 Pf. pro Woche) ihre dem Krankenversicherungszwang nicht selbst unterliegenden Fa-
miliengeanhörige gegen Krankheit zu versichern; im Falle der Erkrankung solcher Ange
hörigen werden freie ärztliche Behandlung und Arznei, sowie sonstige Heilmittel gewährt.
ALTERSPRÄMIEN. Um einen guten Stamm von Arbeitern heranzuziehen und die
Leute zu dauerndem Arbeitsverhältnis in der Fabrik anzuspornen, ist die Einrichtung ge
troffen, daß alle Arbeiter, welche eine ununterbrochene Arbeitsdauer von 10 vollen Jahren