Full text: Die Schweiz

Emme 
Napf 
Erwerb und 
Orte im 
Emmental 
Bergland in zahlreiche Einzelhöhen, wie die ganz be 
waldete Giebelegg 1131 m und die Biitschelegg. Nach 
Norden nehmen die Hügel an Höhe ab, bis zum Gurten, 
dem Aussichtsberg von Bern, mit 62 l in Meereshöhe. 
Der Mittelpunkt der Landschaft, Schwarzenburg, 
ist durch eine Bahn von der Hauptstadt aus erschlossen; 
in seiner Nähe liegt Wählern. Die andern Dörfer 
Guggisberg, Nüschegg und Rüeggisberg stehen 
dagegen abseits vom größern Verkehr. 
An der Ostflanke des Aaretales öffnen einige Tal 
lücken bequeme Zugänge zum Tal der Emme, über 
Schwarzen egg, über Linden und Röthenbach 
und durch die Mulde zwischen dem Kurzenberg und 
Hundschüpfen an Zäziwil und Sign au vorüber. 
Die Große Emme bricht zwischen den Kalkwänden der 
Schrattenfluh 2098 in und des Hohgant 2202 m in 
das wiesengrüne Tal von Schangnau und Eggiwil 
hervor. Unterhalb Sign au nimmt sie die Jlfis auf 
und durchfließt in einer Mittelfurche das nach ihr be 
nannte Emmental. An der Talenge von Burgdorf be 
tritt sie ein breites Flachland, das sie bis zur Ein 
mündung in die Aare bei Solothurn durchzieht und bei 
Hochwasser mit Ueberschwemmung bedroht. Zwischen 
dem Flußgebiet der Emme uud der Wigger erheben sich 
die Nagelfluhhöhen des Napf 1411 m auf einer nahezu 
kreisrunden Fläche. Vom höchsten Punkt strahlen nach 
allen Seiten die engen, bisweilen schluchtartigen Fluß 
täler aus, die mit zahlreichen ebenso engen Seitentälchen, 
„Gräben" genannt, die Bergmasse in ein Gewirr von 
reich verzweigten Gräten auflösen. Diese schmalen, son 
nigen Rücken, von bewaldeten Gräben umzogen, heißen 
„Egg". Trotz ihrer hohen Lage sind sie auffällig reich 
an Getreidefeldern, die im Sommer zusammen mit den 
Wiesen und den zerstückelten Waldflächen der Napf 
landschaft ein buntfarbiges Aussehen verleihen. Die 
Emmentaler Bauern haben es verstanden, durch sorg 
fältige Pflege ihren Boden zu einem der reichsten Ge-
	        
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