Full text: Die Schweiz

31 
und zwingen sie, der Talfurche zu folgen. Die großen 
abgeschlossenen Felsmulden der Alpen sind relativ wind 
still; von den Winden des Mittellandes werden sie 
kaum berührt. So kann es vorkommen, daß heftige 
Südwestwinde am Wallis und Engadin spurlos vor 
übergehen. 
In den Alpentälern entsteht bei ruhigem Wetter eine 
regelmäßig wechselnde Luftströmung, der Berg- und 
T a l w i n d. Tagsüber erhitzen sich die Felswände in der 
Sonne und die Lust strömt taleinwärts empor. Ge 
wöhnlich setzt der Talwind in der Mitte des Vormit 
tags ein; er trägt die Feuchtigkeit der Tiefe zu den 
Berggipfeln hinauf, die sich allmählich in Wolkenballen 
hüllen. Nach Sonnenuntergang sinkt die erkaltete Luft 
und fließt als Bergwind talauswärts; dann enthüllen 
sich die Berge und sind häufig bei Tagesanbruch voll 
ständig klar. Der Talwind ist weit stärker als die 
nächtliche Gegenströmung; vielerorts hat er seine Richtung 
in den Baumkronen abgebildet, die vom Luftzug an 
geblasen und, Windfahnen gleich, taleinwärts verzogen 
erscheinen. Auf den Seen am Alpenrand lassen die 
Schisser ihre Segelbarken durch den reglmäßig wechseln 
den Wind treiben; bleibt er aus, so steht nach alter 
Erfahrung ein Wetterumschlag bevor. 
Niederschläge. An Befeuchtung übertrifft die 
Schweiz die meisten Nachbargebiete. Sie verdankt ihren 
Wasserreichtum der Nähe des Meeres, vor allem aber 
ihren Gebirgen; denn ganz allgemein nimmt die Nieder 
schlagsmenge bis zu einer gewissen Meereshöhe zu. Die 
tiefliegenden Teile des Landes sind relativ trockene Stellen 
inmitten der schnee- und regenreichen Höhen der Alpen 
und des Jura; selbst im Mittellaud ist der Unterschied 
der Feuchtigkeit zwischen Tälern und Hügeln zu erkennen. 
Wenn der feuchte Westwind an einem Gebirge aufsteigt, 
so sondert er den Wasserdampf aus; es fällt Regen 
oder Schnee. Niederschlagsreich ist schon der Jura, 
besonders auf seiner Westseite, wo die jährliche Regen- 
Vera- unb- 
Talwind 
Niederschläge 
Verteilung 
der 
Niederschläge
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.