Full text : Die Schweiz

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und  zwingen  sie,  der  Talfurche  zu  folgen.  Die  großen
abgeschlossenen  Felsmulden  der  Alpen  sind  relativ  windstill; ­
  von  den  Winden  des  Mittellandes  werden  sie
kaum  berührt.  So  kann  es  vorkommen,  daß  heftige
Südwestwinde  am  Wallis  und  Engadin  spurlos  vorübergehen. ­

In  den  Alpentälern  entsteht  bei  ruhigem  Wetter  eine
regelmäßig  wechselnde  Luftströmung,  der  Berg-  und
T  a  l  w  i  n  d.  Tagsüber  erhitzen  sich  die  Felswände  in  der
Sonne  und  die  Lust  strömt  taleinwärts  empor.  Gewöhnlich ­
  setzt  der  Talwind  in  der  Mitte  des  Vormittags ­
  ein;  er  trägt  die  Feuchtigkeit  der  Tiefe  zu  den
Berggipfeln  hinauf,  die  sich  allmählich  in  Wolkenballen
hüllen.  Nach  Sonnenuntergang  sinkt  die  erkaltete  Luft
und  fließt  als  Bergwind  talauswärts;  dann  enthüllen
sich  die  Berge  und  sind  häufig  bei  Tagesanbruch  vollständig ­
  klar.  Der  Talwind  ist  weit  stärker  als  die
nächtliche  Gegenströmung;  vielerorts  hat  er  seine  Richtung
in  den  Baumkronen  abgebildet,  die  vom  Luftzug  angeblasen ­
  und,  Windfahnen  gleich,  taleinwärts  verzogen
erscheinen.  Auf  den  Seen  am  Alpenrand  lassen  die
Schisser  ihre  Segelbarken  durch  den  reglmäßig  wechselnden ­
  Wind  treiben;  bleibt  er  aus,  so  steht  nach  alter
Erfahrung  ein  Wetterumschlag  bevor.
Niederschläge.  An  Befeuchtung  übertrifft  die
Schweiz  die  meisten  Nachbargebiete.  Sie  verdankt  ihren
Wasserreichtum  der  Nähe  des  Meeres,  vor  allem  aber
ihren  Gebirgen;  denn  ganz  allgemein  nimmt  die  Niederschlagsmenge ­
  bis  zu  einer  gewissen  Meereshöhe  zu.  Die
tiefliegenden  Teile  des  Landes  sind  relativ  trockene  Stellen
inmitten  der  schnee-  und  regenreichen  Höhen  der  Alpen
und  des  Jura;  selbst  im  Mittellaud  ist  der  Unterschied
der  Feuchtigkeit  zwischen  Tälern  und  Hügeln  zu  erkennen.
Wenn  der  feuchte  Westwind  an  einem  Gebirge  aufsteigt,
so  sondert  er  den  Wasserdampf  aus;  es  fällt  Regen
oder  Schnee.  Niederschlagsreich  ist  schon  der  Jura,
besonders  auf  seiner  Westseite,  wo  die  jährliche  Regen-Vera-

  unb-Talwind


Niederschläge

Verteilung
der
Niederschläge
            
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