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Ackerbau
Getreide
gen kommt das Bundesgesetz betreffend die Förderung
der Landwirtschaft vom Jahre 1893 entgegen. All das
trägt mächtig zur Entwicklung der schweizerischen Land
wirtschaft bei.
2. ArKevvcru.
Die Erzeugnisse des Ackerbaues dienen nur zum
kleineren Teil der Volksernährung; in der Hauptsache
werden sie zur Viehzucht aufgebraucht. Je nach Lage,
Bodenart und Nachfrage treten mehr die einen oder
anderen Kulturen in den Vordergrund. So liefert der
Ackerbau in der Nähe volksreicher Städte in erhöhtem
Maß solche Produkte, die rascher Verderbnis ausgesetzt
sind und sich für einen weiten Transport nicht eignen.
Getreidebau. Der in der Schweiz am häufigsten
angebaute Weizen wächst, wie auch das Korn, auf den guten
Böden in den tiefern, wärmern Lagen des Mittellandes.
Der Roggen gedeiht gut auf den kiesigen und sandigen
Ebenen des Flachlandes, steigt aber neben Hafer und
Gerste auch in die Bergregion hinauf. Um vollständig
auszureifen, bedürfen die Körnerfrüchte der Trockenheit
und Wärme; ihr Hauptgebiet liegt im Regenschatten
des Jura und in der Trockenlandschaft des Wallis.
Vom Gros de Vaud, das dem Getreide eine verhältnis
mäßig bedeutende Fläche einräumt, zieht sich , ein breiter
Streifen des Getreidebaues dem Jurafuß entlang
bis in den Kanton Schaffhausen hinein. Die wichtige
Körnerfrucht des Südens, der Mais, wächst in großer
Menge im Tessin, in bescheidenerem Umfang auch im
Wallis und in den Föhngassen des Rhein- nnd Seez-
tales. Die höhere Hügelregion am Alpeurande ist, be
sonders in der Ostschweiz, wegen der Feuchtigkeit und
stärkern Bewölkung für das Getreide nicht geeignet,
um so mehr, als es im feuchten Klima unter dem Rost
und unter starker Uukrautbilduug leidet. So tritt es