Full text : Die Schweiz

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nur  etwa  6%,  was  vom  beackerten  Boden  2 /s  ausmacht. ­
  Erst  in  der  neuesten  Zeit  hat  der  Wiesenbau
ein  solches  Übergewicht  erlangt.  Noch  zu  Anfang  des
19.  Jahrhunderts  konnte  sich  die  Schweiz  größtenteils
mit  eigenem  Korn  behelfen;  einzelne  Kantone  erzielten
sogar  einen  Überschuß.  In  den  50er  Jahren  begann
Niedergang  *>ie  Umwälzung,  die  einen  vollständigen  Niedergang  des
des  Getreide-  Getreidebaues  herbeiführte.  Damals  kamen  allgemein
Kuuv  die  Eisenbahnen  auf;  sie  erleichterten  und  beschleunigten
den  Verkehr.  Gewaltige  Mengen  von  Getreide  gelangten
setzt  aus  den  Kornkainmern  Osteuropas  nach  dem
Westen,  und  bald  machte  sich  mit  der  Hebung  der
Schiffahrt  auch  die  Zufuhr  aus  den  überseeischen  Getreideländern ­
  fühlbar.  Die  Kornpreise  sanken  allmählich
uni  die  Hälfte.  Der  Getreidebau  war  unrentabel  geworden. ­
  So  ging  die  Landwirtschaft  zum  Wiesenbau
und  zur  Viehzucht  über,  die  dem  feuchten  Klima  des
Landes  am  besten  angepaßt  sind.  Dieser  bedeutsame
Wechsel  im  landwirtschaftlichen  Betrieb  wurde  erleichtert
und  befördert  durch  die  anhaltende  Preissteigerung  der
tierischen  Nahrungsmittel:  Fleisch,  Milch  und  Milchprodukte. ­
  Der  Arbeitermangel  auf  dem  Lande  tat  ein  Übriges
zugunsten  des  Wiesenbaues  und  der  Viehzucht,  da  sie
weniger  Arbeitskräfte  erfordern  als  der  Brotfruchtbau.

Geschichtliches.  Bevor  der  Verkehr  der  Neuzeit  billiges
Getreide  auf  den  Markt  brachte,  waren  sogar  die  Gebirgsgegenden
ans  Selbstversorgung  angewiesen,  so  kümmerlich  auch  bisweilen
die  Ernte  ausfiel;  denn  schlechte  Wege,  Teuerung  und  Marktsperren ­
  machten  die  Zufuhr  aus  dem  Flachland  unsicher.  Urkunden ­
  und  Flurnamen  beweisen,  daß  der  Ackerbau  einst  Bedeutung ­
  besaß,  wo  er  heute  nahezu  verschwunden  ist,  wie  im
Appenzell,  in  den  innern  Kantone»  und  auf  den  Jnrahöhen.
In  der  Sage  von  Arnold  aus  dem  Melchtal  läßt  der  Streit
um  das  Gespann  Ochsen  erkennen,  daß  einst  der  Getreidebau
selbst  im  .  steilen  Melchtal  verbreitet  war;  heute  würde  man  dort
keine»  Pflug  mehr  finden.  Frühzeitig  versuchte»  die  Bauern,
            
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