Full text : Die Schweiz

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Verbindung
mit  der!
Landwirtschaft

Kinderarbeil

Entwicklung
der  Baumwolle
industrie

Arbeitsraum  der  Haussticker  ist  heute  selten  mehr
der  feuchte  Keller,  der  vor  dem  Einzug  der  Stickerei  als
Webkeller  diente.  Häufig  steht  die  Maschine  in  einem
dem  Wohnhaus  augebauten  Raum,  dessen  große  und
zahlreiche  Fenster  schon  von  weitem  die  Bestimmung  erkennen ­
  lassen.  Im  nahen  Umkreis  der  Stadt  St.  Gallen
und  im  untern  Toggenburg  widmen  sich  die  Hausarbeiter
fast  ausschließlich  ihrer  Industrie.  In  den  übrigen  Landschaften ­
  verbinden  sie  die  Maschinenstickerei  meist  mit
dem  Landbau.  Die  Landwirtschaft  beschränkt  sich  dann
auf  Wiesenkultur  und  Biehzucht,  die  nicht  so  viel  Zeit
und  Arbeitskräfte  erfordern  wie  der  Fruchtbau,  der
übrigens  im  obern  Toggenburg  und  iin  Appenzell  wegen
der  hohen  Lage  kaum  lohnen  würde.  Landwirtschaft  und
Stickerei  lassen  sich  recht  wohl  vereinigen;  die  große
Nachfrage  nach  Stickereien  fällt  auf  den  Winter;  wenn
die  Launen  der  Mode  oder  die  Überproduktion  einen
schlechten  Geschäftsgang  Hervorrufen,  so  bewahrt  die  Landwirtschaft ­
  den  Sticker  vor  vollständiger  Verdienstlosigkeit.
Anderseits  mindert  die  bäuerliche  Hantierung  die  Fähigkeit, ­
  die  feinsten  Stickereien  auszuführen.  Das  Maschinensticken ­
  erfordert  eine  gewisse  körperliche  Kraft  und  ist  deshalb ­
  meist  Männerarbeit.  Den  Frauen  und  Kindern
bleibt  dann  als  Hilfsarbeit  das  Einziehen  des  Garns  in
die  Nadel,  das  „Fädeln",  überlassen.  Noch  heute  gilt
als  eine  der  bedenklichsten  Erscheinungen  in  der  ostschweizerischen ­
  Hansstickerei,  daß  die  Kinder  dabei  überanstrengt
und  dauernd  an  der  Gesundheit  geschädigt  werden.
8 +  D  n  irmwoUrnd  u  stri  e.
Aus  dem  mittelalterlichen  Leiuwandgewerbe  St.  Gallens
erwuchs  im  Anfang  des  18.  Jahrhunderts  die  Baumwollindustrie;
  französische  Hugenotten  führten  sie  ein.
Bald  waren  in  weitem  Umkreis  um  die  Stadt  und
ostwärts  des  Rheins  viele  tausend  Hände  damit  beschäftigt, ­
  neben  den  gewöhnlichen  Baumwolltüchern  die
            
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