Full text : Die Schweiz

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Ausfuhr

Anfänge  der
Industrie

Zürcher  Seide

In  den  letzten  Jahren  ist  für  die  Baumwolldruckerei
wegen  des  verminderten  Absatzes  eine  schlimme  Zeit  angebrochen; ­
  einige  Fabriken  sind  eingegangen.  Gegenwärtig ­
  verlegt  sich  die  Baumwollindustrie  wieder  mehr
aus  die  Herstellung  feiner  Gewebe,  vor  allein  Musseline
für  Ostasien.
Der  Wert  der  ins  Ausland  verkauften  Baumwollfabrikate
  (Garne  und  Gewebe)  belief  sich  1912  auf
59  Mill.  Fr.  Die  Ausfuhr  macht  etwa  2 /a  der  Gesamtproduktion ­
  aus;  der  Rest  findet  im  Lande  selbst  Absatz.
Die  Rohbaumwolle  kommt  zum  großem  Teil  aus  den
Südstaaten  der  Union;  daneben  liefert  auch  Ägypten  ein
durch  Qualität  ausgezeichnetes  Rohmaterial.
4.  Keidenindnjtine.
Für  die  Verarbeitung  der  Seide  'kommen  als
Mittelpunkte  die  Städte  Zürich  und  Basel  in  Betracht,
das  erste  für  die  Seidenstofsweberei,  dieses  für  die  Bandweberei. ­
  Schon  im  Mittelalter  war  das  Seidengewerbe
in  Zürich  heimisch;  1555  brachten  ihm  reformierte
Glaubensverfolgte  aus  Locarno  eine  neue  Anregung.
Seither  ist  die  Seidenindustrie  für  die  Stadt  und  einen
weilen  Umkreis  zur  Quelle  des  Reichtums  geworden.
Die  Seidenstoffweberei  umfaßt  außer  Zürich  hauptsächlich
die  beiden  Seeufer  und  das  obere  Glattal.  Weiterhin
tritt  sie  mehr  vereinzelt  auf  im  Knonaueramt,  im  Aargau ­
  und  in  der  Jnnerschweiz.  Die  letzten  Ausläufer
reichen  über  den  Brünig  ins  Haslital  und  im  Jura  bis
nach  Delsberg.  Im  Zürcher  Oberland  trifft  sie  mit  der
St.  Galler  Baumwvllindustrie  und  Stickerei  zusammen,
und  im  Aargau  begegnet  sie  bereits  den  Bandwebstühlen,
die  für  Basel  tätig  sind.  Die  althergebrachte  Hausweberei
mußte  immer  mehr  hinter  dem  Fabrikbetrieb  zurücktreten;
sie  hat  sich  nur  abseits  der  größern  Verkehrswege  und
der  Fabriken  meist  als  Nebenverdienst  zur  Landwirtschaft
erhalten.
            
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