162
und im Auslandsverkehr beider Richtungen befördert. Von jener Briefzalil
gingen 1019 Millionen frankierte und 21,5 Millionen unfrankierte
Briefe in der Richtung nach, dem Auslande (aus 89 Ländern).
Die Gesamtstatistik aller Länder würde wohl um gute 10° ;o höher
sein. Die gesamten Einnahmen beliefen sich 1907 auf 3775 Millionen Franken,
die Überschüsse auf 442 Millionen.' Das Personal zählte 1 394 247 Köpfe
(L’Union postale 1909, Nr. 4, S. 64).
Ich habe mir nun die Mühe gemacht, bei 50Ländern mit 10 44 M i 11 i o ne n
frankierten Briefen in der Richtung nach dem Auslande fest>-
zustellen, dass bereits über 40% (419 Millionen) davon zu ermässigten
Postvereinstarifen, in der Regel zum Inlandsporto, verschickt werden,
während 51,2%, vielleicht auch 58% noch das internationale Weltporto
entrichten. Da ich die vielstelligen Verkehrszahlen stets verkürzte und
dann auf- oder ab rundete und dasselbe bei den Verhältniszahlen tat, 8o
stimmen natürlich die Additionen nicht immer genau, doch genau genug
für unsere Zwecke. Auch nahm ich ein paar Länder hinzu, die in der
allgemeinen Statistik für 1907 nicht stehen, sondern in früheren Jahrgängen
oder nur in der Spezialstatistik (Expedition). Daher gewisse kleine Un
stimmigkeiten beim Addieren.
Die übrigen 40 Länder in der allgemeinen Statistik (1907), meist Schutz
gebiete, haben zusammen nur etwa 5 Millionen Briefe nach dem Auslande
aufzuweisen und kamen für unsere Zwecke nur wenig in Betracht.
Ich fand nun, dass für jene obigen wichtigsten 50 Länder
zusammen durch das Weltpennyporto ein theoretischer Ein
nahmeausfall von 66,8 Millionen Mark entstehen würde, während die
Gesamteinnahme aller Verwaltungen 3048 Millionen Mark und
der Überschuss 358 Millionen Mark beträgt.
Natürlich sind diese Ausfälle sehr ungleich verteilt. Für Deutsch
land (mit Bayern und, Württemberg) ergeben sich 11,75, für die Reichs-
post allein 9,84 Mill. M, für Österreich nur 3,63, für Frankreich 10,
für England 7,14, für Italien 3,95, für Russland 2,65, für die Ver
einigten Staaten 5,22, für die Schweiz 2,86, für Belgien 3,27, für
Holland 1,77, für Dänemark 0,63, für Schweden 0,70 Millionen Mark.
Die Schweiz und Belgien würden verhältnismässig allerdings stark getroffen,
weil sie es bisher versäumt haben, im Verkehr mit den wichtigsten Nachbar
staaten das Inlandsporto einzuführen, obwohl der nahe und rege Verkehr
sowie die Gleichsprachigkeit das längst gerechtfertigt hätte.
Da die eben erwähnten 13 Länder zusammen schon einen
theoretischen Ausfall von 63,3 Mill. M ergeben, so ist der Verlust
der übrigen 37 anderen Länder zusammen nur 3,55 Mill. M; er ist
also verschwindend gering bei dieser %-Mehrheit.
Natürlich fällt die Mindereinnahme in Wirklichkeit fast immer viel
kleiner aus, als in der Rechnung auf dem Papier, schon der Verkehrs
steigerung wegen.