Full text : Weltporto-Reform

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Man  kann  nach  alledem  auch  ermessen,  wie  wenig  eine  Vermehrung
des  Auslandsverkehrs  im  Hinblick  auf  ausserordentliche  besondere
Mehrausgaben  für  Personal  und  dergleichen  in  Betracht  kommen  würde,
wenn  das  Weltpennyporto  allgemein  zur  Einführung  käme.
1907  wurden  rund  100  Millionen  (genauer  98,89  Millionen)  frankierte
Briefe  aus  dem  Heichspostgebiet  nach  dem  postalischen  Ausland,  d.  h.  nach
Ländern,  die  nicht  im  Postvereinsverhältnis  zu  ihm  stehen,  befördert.  Wenn
diese  Sendungen  anstatt  des  Weltportos  von  20  Pf.  nur  10  Pf,  zahlten  und
der  Verkehr  in  einigen  Jahren  um  100%  stiege,  so  würde  die  alte  Einnahme
wieder  erreicht  sein,  und  bei  einer  Steigerung  um  200%  würde  sie  schon
um  die  Hälfte  grösser  sein.
Eine  Steigerung  dieses  Auslandsverkehrs  von  100  auf
200  Millionen  (um  100%)  und  auf  300  Millionen  (um  200%,)  im  Verlaufe ­
  einer  Reihe  von  Jahren  spielt  aber  im  Gesamtverkehr  von
7667  Millionen  Stück  nur  eine  sehr  geringe  Rolle  und  macht
nur  3  bis  6%  davon  aus,  während  dieser  Gesamt  verkehr  doch
ohnehin  alle  Jahre  um  sehr  viel  mehr  steigt,  z.  B.  von  1906  bis
1907  um  562  Millionen  Stück  Postsendungen  (+7,92%,  bei  Briefen
allein  um  10,61  %).  Eine  Steigerung  der  Briefe  nach  dem  Ausland  um
100  bis  200  Millionen  Stück  in  vielen  Jahren  bleibt  daneben  belanglos,  zu-1899:

  Orts  karten  zu  5  Pfg.  insgesamt
1902:  Orts-u.  Nachbarortskart.  „  2  „  „
1905:  „  „  2  „  „  über
1899:  Ortsdruoksacken  .,
1902;  Orts-  u.  Nachbarortsdrucksachen  „
1899:  Warenproben  u.  Geschäftspap.

88
289
800
51
140
1,83
4,94

Millionen  Stück

1899:  Gesc  hl  ossene  Ortsbriefe
(5  Pfg-,  in  Berlin  bisher  10  Pfg.)
1902:  Orts-  u.  Nachbarortsverkehr
(durchweg  5  Pfg.  für  250  g).

insgesamt  ...  142  Millionen  Stück
„  ...  272

Einnahmen  des  örtlichen  Verkehrs:
1899:  16  Millionen  Mark;  1902:  28  Millionen  Mark  (1900:  schon  lö *  1 ^  Mill.  M).
Die  vorausberechnete  jährliche  Mindereinnahme  (4V4  Mill.  M)  trat  nicht  ein.
Verkehr  der  Postkarten  kurz  vor  und  nach  der  Wiederverteuerung  der
Ortskarten  von  1906;

a)  Absatz  der  Reichspost  an  gestempelten  einfachen  Postkarten  (ohne
die  Karten  mit  Antwort):
1905;  145,84  Millionen  2-Pfg.-Postkarten
1906:  74,64  „  „
1  b)  1805  :  808  „  5-Pfg.-Postkarten  (gestempelte)
1906  :  348,65  „  _
1907:  388,78
Also  gegenüber  1905  nur  etwa  75  Millionen  Karten  mehr,  trotz  des  Wegfalls  von
146  Millionen  Ortskarten.

Gesamtverkehr  der  Postkarten  (gestempelte,  sowie  Postkarten  der  Privatindustrie, ­
  mit  Marken  beklebt),  nach  der  Reichspoststatistik  (innerer  Verkehr):
1904:  1107  Millionen  Stück  Postkarten
1905:  116.1  „  „  „  (+  54  gegenüber  dem  Vorjahre)
1906:  1246,67  „  „  „  (+  85,67  „  „  )
1907:  1256,5  „  „  „  (+  10,3  „  „  )
Man  erkennt  hier  zweifellos  in  der  geringen  jährlichen  Zunahme  von  1907  eine  starke
Hemmung  des  örtlichen  Postkartenverkehrs  infolge  der  Tariferhöhung  von  1906  (von  2
auf  5  Pfg.)  Sie  ist  auf  75  Millionen  Karten  zu  veranschlagen,  gemessen  am  Jahreszuwachs
  von  1906.  Geschlossene  Briefe  und  Drucksachen  haben  seitdem  naturgemäss
            
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