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Ohne jede Regel wird also heute die eine Hälfte der Welt
briefe willkürlich nur mit dem billigen Satz des Inlandsportos
frankiert und geht über Ozeane und fremde Weltteile in die
fernsten Fernen; die andere, etwas grossere Hälfte aber muss
doppelt so viel oder H/2 mal so viel bezahlen, auch wenn sie
nur in das angrenzende Nachbarland eilt. Dieser Zustand ist
längst unhaltbar geworden und muss je früher je besser einer
neuen einheitlichen Regelung weichen, denn seine Verlängerung
erschwert seine unausbleibliche Abänderung, weil mit dem jähr
lich wachsenden Verkehr die finanziellen Ausfälle schon nach
10—12 Jahren wieder doppelt so gross sein würden wie heute,
so dass selbst eine gebesserte Finanzlage kein leichteres Spiel
damit hätte.
Die Inlandstarife der einzelnen Länder sind ja allerdings
vielfach verschieden, aber im grossen und ganzen wird man
finden, dass der Satz von 10 Centimes (8,1 Pf.) oder
2 Dollar-Cents (8,4 Pf.) oder 1 Penny (8,5 Pf.) oder
10 Pfennigen in der Regel die Taxe der Inlandsbriefe
darstellt; nur ausnahmsweise sind es mehr, z. B. in Italien
15 Centimes oder 12 Pf., in Russland 7 Kopeken oder 15 Pf.,
in Australien 2 d oder 17 Pf. und in der Türkei 1 Piaster oder
18,4 Pf. (vgl. S. 277, 273, 259, 274), selten weniger, z. B. in Japan,
China, Siam und Indien (vgl.S.272,299,309,260). Der innere Post
kartensatz beträgt gewöhnlich 5 Centimes oder x /s Penny,
doch in Frankreich z. B. ist er noch 10 Centimes, also ebenso
hoch wie der Weltportosatz, in der Türkei V2 Piaster oder 9,2 Pf.
Auch das Drucksachenporto ist im Innern natürlich meist
wesentlich billiger. Hier würde als Normaldurchschnitt für 50 g
vielleicht der Satz von 3 Centimes oder 3 Pf. angenommen werden
können oder 5 Centimes für 100 g, von manchen starken Ab
weichungen natürlich abgesehen. Das Gleiche kann von Ge
schäftspapieren und Warenproben gelten.
In Zukunft würden also diese inneren Normalsätze
der Karten, Drucksachen usw. auch für den Weltverkehr
zu gelten haben, wie sie ja zum Teil schon im Kolonialreichs-
verkehr in Kraft sind, allerdings nicht im englischen Kolonial
verkehr, aber doch im deutschen, portugiesischen, amerikanischen,
japanischen und russischen (vgl. S. 270— 272!. L Wir fassen das