Full text : Weltporto-Reform

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deutschen  Postämter  —  auch  mit  China  steht  und  sich  des  billigen,
internen  Portos  an  Stelle  des  teureren  Weltportos  erfreut.
Die  oben  genannten  marokkanischen  Städte  mit  fremden  Postanstalten
dürften  etwa  400  000  Einwohner  zählen.  In  Fez  lebten  1901  bloss  6  Deutsche
und  9  andere  Europäer,  in  Alkassar  kein  einziger  Deutscher,  In  Mekues
überhaupt  kein  Europäer, 22 )  aber  in  allen  drei  Städten  gibt  es  deutsche
Postanstalten,  in  Meknes  auch  eine  französische.  Der  Gothaer  Hofkalender
für  1909  (,S.  872)  gibt  die  Gesamtzahl  der  Fremden  im  Marokkanischen
Reiche  für  1904  mit  8883  an  (davon  6813  Spanier,  1027  Briten,  784  Franzosen ­
  und  169  Deutsche).  Und  daneben  5—8  Millionen,  nach  andern
7  Millionen  Eingeborene.  Man  kann  also  wohl  sagen:  die  Marokkaner  erfreuen ­
  sich  eines  billigen  Postvereinsportos  im  Verkehr  mit  6  fremden
Ländern.  Sie  können  in  Tanger  oder  Fez  nach  Belieben  bald  das  englische
oder  spanische,  bald  das  deutsche  oder  französische  Postamt  benutzen.  Sie
haben  bereits  ein  Pennyporto  nach  benachbarten  xrnd  fernen  fremden  Staaten,
wie  andere  es  meist  noch  nicht  haben.  Zur  Veranschaulichung  wollen  wir
diese  verschiedenen  Beziehungen  im  einzelnen  vorführen.  Es  bestehen  also
folgende  Postvereine  hier:
a)  Marokkos  Postverein  mit  Spanien.
Vermittelt  durch  die  9  spanischen  und  zugleich  durch  die  9  britischen
Postanstalten  in  Marokko. 23  * )
Vereinsporto:  der  innere  spanische  Tarif  (vgl.  S.  254'.  Da  jedoch
Gibraltar  mit  Spanien  im  Postverein  steht,  so  vermitteln  seine  Postämter
in  Marokko  auch  den  Verkehr  nach  Spanien  zum  Vereinstarif  (Briefe:
1  Penny).
b)  Marokkos  Postverein  mit  Gibraltar  (England).
Vermittelt  durch  Gibraltars  britische  Postanstalten  (9)  in  Marokko.
Vereinsporto:  nur  für  Briefe  —  1  Penny  (statt  2 l / a )  =  S 1 /.,  Pf.
c)  Marokkos  Postverein  mit  Frankreich,  Algier  und  Tunis.
(Seit  dem  I,  Oktober  1907.)
Vermittelt  durch  die  12  französischen  Postanstalten  in  Marokko.
Vereinsporto:
Briefe:  10  Centimes  oder  Centimes  (=  8,1  Pf.)  für  je  15  g;  Postkarten;
10  Centimes  (also  ohne  Ermässigurg  des  Weltportosatzes);  Drucksachen ­
  (unter  Streifband):  15  g  2  Centimes  oder  Centimos;  Drucksachen
im  Couvert  oder  als  Karte:  mindestens  5  Centimes  (=  4,05  Pf.  ;  Waren-22

 )  „D.  Verkehrs-Ztg.“  1901,  S.  390.
23 )  Siehe  „Eecueil  de  renseignements  concernant  l’execution  de  la
Convention  etc.“  (vom  Berner  Bureau)  1907,  S.  70.
            
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