Full text : Weltporto-Reform

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Briefe:  jede  Va  Unze  (14,17  g)  2  Cents  (4  Pf.);  Ortsbriefe  1  Cent  (2  Pf.); 82 )
Postkarten  (auch,  im  Ortsverkehr):  1  Cent  (2  Pf.}.
Zeitungen:  je  2  Unzen  (56,68  g)  1  Cent  (2  Pf  1;  im  Ortsverkehr  >/a  Cent  (1  Pf.);
Andere  Drucksachen,  Warenproben  und  Geschäftspapiere:  3  Unzen  185  g)
2  Cents  (4  Pf);  im  Ortsverkehr  1  Cent  (2  Pf.);
über  3  bis  8  Unzen  (226,72  g)  5  Cents  (1.0  Pf  );  im  Ortsverkehr  2  Cents
(4  Pf.);
über  8  bis  10  Unzen  10  Cents  (20  Pf,);  im  Ortsverkehr  4  Cents  (8  Pf.);
16  bis  32  Unzen  15  Cents  (30  Pf);  im  Ortsverkehr  8  Cents  (!6Pfi;
32  bis  64  Unzen  30  Cents  (60  Pf.);  im  Ortsverkehr  15  Cents  (30  Pf.).
Die  zahllosen  Privatposten  werden  möglichst  der  Reichspost  ungegliedert ­
  und  die  alte  Staatskurierpost  ist  auf  manchen  Linien  bereits
abgelöst.  1904  bedurfte  die  neue  chinesische  Reichspost  noch  eines  jährlichen
Zuschusses  von  720  000  Haikuan-Taels  (4,6  Mill.  M.  Silber),  der  jedoch  zur
Hälfte  zu  ihrem  weiteren  Ausbau  benutzt  wird.  1901  wurden  erst  10 l /a,
1904  wurden  66  Millionen,  1905  aber  76  Millionen  chinesische  Reichspostsendungen
  befördert,  daneben  9  Millionen  Briefe  mit  Dampfern  auf
Rechnung  der  Privatposten. 83 )
China  hat  mit  vielen  Staaten  des  Auslandes  (1900  mit  Frankreich, ­
  1903  mit  Japan,  1904  mit  Britisch-Indien  und  Hongkong,  1905  mit
Deutschland  und  Natal)  Postverträge  abgeschlossen  und  befördert
nach  dem  Weltpostvereinstarife  frankierte  Briefe  und  Postkarten ­
  aus  anderen  Ländern  allgemein  ohne  Nachtaxe  an  die
Empfänger  in  China.
Andere  Sendungen  aus  dem  Auslande,  also  Drucksachen  asw.,  nach
Orten,  die  mit  Eisenbahnen  oder  Dampfern  nicht  zu  erreichen  sind,  uuterim
  Februar  1903  sogar  bis  auf  1,66  M,  stieg  im  Oktober  bis  auf  2,02  M
und  ging  unter  Schwankungen,  als  die  grosse  Geldkrise  sich  auch  in  Ostasien ­
  geltend  machte,  im  November  1906  bis  auf  2,39  M,  im  Dezember  auf
2,38  M.  (So  war  es  bei  der  Gouvernementskasse  in  Kiautschou.)  (Vgl.  die
Denkschrift  betreffend  die  Entwickelung  des  Kiautschou-Gebietes,  Nr.  268
der  Reichstagsdrucksachen  der  I.  Session  1907.)
In  Hongkong  hatte  der  Dollar  1905  den  Wert  von  1,93  M.
Somit  kann  man  beim  Brieftarif  für  einen  Cent  (in  China)
nur  rund  2  Pf.  oder  2,1  oder'  2,3  Pf.  rechnen,  nicht  wie  beim  nordamerikanischen ­
  Dollar-Cent  4,2  Pf.  (1  Dollar  in  der  Union  =  4  M)  19,8  Pf.).
Ein  Nachlassen  der  Geldkrise  dürfte  ja  wohl  auch  schon  wieder  eingetreten ­
  sein.
Näheres  über  die  chinesischen  Geld-  und  Währungsverhältnisse  findet
man  auch  im  „Archiv  für  Post  und  Telegraphie“  (Berlin),  Jahrgang  1900,
S.  582  bis  585  und  1908,  S.  505—510  („Währung  und  Währungsreform  in
China“  von  J.  Wiese).
82 )  Früher  betrug  das  Briefporto  auch  für  Fernbriefe  nur  1  Cent.
33 )  In  Hübners  Tabellen  (1908,  S  53)  werden  für  1906  schon  insgesamt
114,4  Millionen  chinesischer  Postsendungen  angegeben.
            
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