Full text : Weltporto-Reform

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Seit  dem  l.Juli  1908  sind  mm,  wie  bereits  erwähnt,  die  deutschen
’’ostämter  in  China  ebenso,  wie  Kiantschou  es  schon  vorher  war,  in  den
lereich  des  deutschen  Kolonialreichsportos  einbezogen  worden,  so
ass  also  für  Briefe,  Postkarten,  Drucksachen,  Warenproben  und  Geschäftsapiere
  im  wesentlichen  der  inländische  deutsche  Tarif  gilt..  (Vgl.
'  ben  S.  252.)
Vom  1.  Januar  1909  ab  gilt  auch  der  inländische  deutsche
'ostzeitungstarif  für  diese  Beziehungen,  ebenso,  wie  bisher  schon  für  die
»aderen  deutschen  Kolonien.  Die  bisherigen  Transitgebühren  werden  dem
ezugspreis  nicht  mehr  hinzugerechnet.
Zu  beachten  ist  ferner,  dass  auch  die  deutschen  Postanstalten
*j-  1  Marokko,  die  seit  dem  15.  November  1907  ebenfalls  in  das  deutsche
v  .olouialreichsporto  einbezogen  wurden,  jetzt  mit  China  d.  h.  den  deutschen
Dstanstalten  in  China  im  Postvereinsverhältnis  stehen  und  im  beiderseitigen
Jechselverkehr  der  deutsche  Inlands-  oder  Kolonialtarif  gilt.  (Vgl.  S.  295.)
Das  amtliche  (vom  Deutschen  Reichspostamt  herausgegebene)  „Archiv
i r  P° st  und  Telegraphie“  (1908,  S.  389)  schrieb  bei  Mitteilung  dieser
Buerungen:  „Der  Briefverkehr  zwischen  Deutschland  und  den
jutschen  Postanstalten  in  China,  der  bisher,  unter  der  Geltung
|r  Weltpostvereinstaxen,  nicht  besonders  lebhaft  war  —  im  Jahre  1906
ad  in  der  Richtung  aus  dem  Reichspostgebiete 48 )  428  090  und  in  um-■»‘kehrter
  Richtung  243  730  Brief  Sendungen  versandt  worden  —  wird  indge
  der  Gebührenherabsetzung  voraussichtlich  eine  nicht  unwesentliche ­
  Steigerung  erfahren.“
Das  ist  um  so  mehr  zu  erwarten,  als  ja  doch  in  Asien  die  Inlandsrife
  überhaupt  meist  viel  billiger  sind  als  in  Europa,  z.  B.  für  einfache
’iefe  in  China  2  Cents  (4  Pf.),  in  Japan  3  Sen  (6,3  Pf.),  in  Siam
Atts  (nominell  16  Pf.,  faktischer  Wert  (1906)  aber  etwa  8  Pf.),  in  derselben
"pvinz  aber  bloss  2  Atts  (4  Pf.),  und  in  Britisch-Indien  l /a  Anna
c  Va  Penny  oder  4,25  Pf.).  Da  stellt  der  Tarif  des  Weltpostvereins  also
s  drei-  bis  vierfache  der  Inlandstaxe  dar  und  muss  von  der  Bevölkerung
!  äusserst  teuer,  drückend  und  verkehrshinderlich  empfunden  werden.
b)  Chinas  Postverein  mit  England  und  seinen  Kolonien 47 ).
»  Auch  die  12  englischen,  d.  h.  die  vom  Postamt  in  Hongkong  abugenden
  und  in  China  eingerichteten  britischen  Postanstalten  gehören
^  tn  Penny-Porto-Verein  Grossbritanniens  und  seiner  Kolonien  an.
Damit  steht  also  China  zu  ihnen  sowie  zu  Aegypten  im  Postreinsverhältnis, ­
  das  sich  aber  nur  auf  Briefe  bezieht.
48 )  d.  h.  Deutschland  ohne  Bayern  und  Württemberg,  welche  ja  selb-|^,
  ndige  Posten  und  Postgebiete  haben.
47 )  Vergl.  Recueil  de  renseignements  .  .  .  concernant  l’execution  de  la
ivention  principale  du  26.  Mai  1906  (vom  Internationalen  Bureau  des
ältpostvereins  zu  Bern.  Datiert  Juli  1907),  S.  34,  35  und  70.
            
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