Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

Laß  allerlei  Hautkrankheiten  entstehen,  was  wiederum  für  die
Bergarbeiterschaft  und  auch  für  die  Allgemeinheit  von  großem
Schaden  ist.
Aus  all  diesen  Gründen  bitten  wir  daher  zusammenfassend  ,
nochmals,  geeignete  Schritte  zu  tun,  daß  1.  die  Bergleute  mehr
Seife  erhalten,  2.  eine  einheitliche,  bessere  Seife  für  die  Bergleute ­
  hergestellt  wird.  Durch  die  Gewährung  unserer  Bitte
würde  sehr  viel  Mißstimmung  und  Unzufriedenheit  unter  den
Bergarbeitern  beseitigt  werden.
Mit  vorzüglicher  Hochachtung!
(Folgen  Unterschriften  der  vier  Bergarbeiterverbände.)
Berücksichtigung  der  Bergarbeiter,  soweit  es  der  Mangel  an
Fetten,  also  auch  Seifenprodukten,  zulasse,  wurde  zugesagt.
„An  den  Vorstand  des  Verbandes  der  Bergarbeiter  Deutschlands.
Wir  empfingen  Ihr  Schreiben  vom  28.  v.  M.  und  beziehen  uns
auf  die  Unterredung  Ihres  geehrten  Herrn  Vorsitzenden  Sachse  mit
unserem  Herrn  Or.  Goldschmidt.  Hiernach  ist  es  leider  nicht
möglich,  größere  Mengen  Seife  und  Seifenpulver,  als  zwei  Zusatzkarten
  entspricht,  den  Bergarbeitern  zu  verschaffen,  doch  wird  es  sich
z  u  n  ü  ch  st  wenigstens  mit  Sicherheit  ermöglichen  lassen,  diese
Mengen  dem  einzelnen  Arbeiter  auch  wirklich  zukommen ­
  zu  lassen  und  den  Bedarf  für  einige  Zeit  sicherzustellen.
Wir  haben  uns  inzwischen  mit  allen  in  Frage  kommenden  bergbaulichen ­
  Vereinen  und  einigen  kgl.  Bergwerksdirektionen  in  Verbindung
gesetzt  und  haben  diese  Korporationen  gebeten,  uns  die  Kopfzahl  der
in  dem  betreffenden  Bezirk  zu  versorgenden  Arbeiter  aufzugeben.  Diesenigen
  Korporationen,  welche  diesem  Ersuchen  bereits  nachgekommen
sind,  haben  sofort  die  zuständigen  Mengen  Seife  und  Seifenpulver
für  den  Bedarf  von  zwei  Monaten  zur  Verfügung
gestellt  erhalten.  Von  einer  Reihe  von  Körperschaften  haben  wir  die
gewünschten  Angaben  noch  nicht  erhalten,  z.  B.  auch  von  dem  Verein
für  die  bergbaulichen  Interessen  im  Oberbergamtsbezirk  Dortmund,
Essen,  welcher  für  Rheinland  und  Westfalen  vor  allem  in  Betracht
konimt.
Wir  sind  von  der  Richtigkeit  Ihrer  Angaben,  daß  das  Seifenquantum ­
  bei  der  jetzigen  Qualität  der  Seife  nicht  ausreicht,  überzeugt, ­
  doch  vermögen  wir  leider  infolge  Materialmangels  nichts  hiergegen ­
  zu  tun.  Besonders  ist  Ihr  Vorschlag  der  Herstellung  einer
besseren  Seife  wegen  des  damit  verbundenen  höheren  Fettverbrauchs
nicht  durchführbar.  Dagegen  sind  wir  bemüht,  zur  Ergänzung  der
schmalen  Seifenration  fettlose  Waschmittel  bereit  zu  stellen  ,
und  haben  auch  bereits  mit  einzelnen  Firmen  deswegen  verhandelt.
Für  die  Verteilung  fettloser  Waschmittel  wird  es  zunächst  erforderlich
sein,  einen  ungefähren  Anhalt  über  den  voraussichtlichen  Verbrauch
zu  erhalten.  Wir  haben  den  verschiedenen  Bergbehörden  und  Korporationen, ­
  mit  denen  wir  korrespondiert  haben,  anheimgestellt,  mit  Ihrer
Organisation  sich  zu  verständigen,  um  über  die  Verteilung  der  fettlosen ­
  Waschmittel  aus  den  Arbeiterkreisen  selbst  Vor-
            
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