Full text : Material zur Lage der Bergarbeiter während des Weltkrieges

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Die  Versammelten  beauftragen  den  Arbeiterausschüß,  die  Orghuifationsleitungen,
  nochmals  Verhandlungen  anzubahnen  und  auf
der  Durchführung  der  fraglichen  Forderungen  zu  bestehen.
Vorstehende  Resolution  wurde  auch  m  Belegschaftsversammlungen
ani  8.  Juli  in  Miesbach  und  am  6.  Juli  in  Marienstein  einstimmig
angenommen.
Entschließung  Peißenberg.
Die  stark  besuchten  Belegschaftsversammlungen  der  Kgl.  Grube
P  ritze  über  g,  welche  am  8.  Juli  tagten,  nahmen  Kenntnis  in
Sachen  der  Lohnbewegung.
Wenn  auch  das!  Kgl.  Bergamt  eine  Aufbesserung  von  35  Pfg-,
an  verherratete  Arbeiter  und  Arbeiterinnen  und  25  Pfg>  für  Arbeiter
von  14  bis  16  Jahren  ab  1.  Juni  gewährte,  so  bedeutet  dies  immerhin
nur  die  Erfüllung  einer  Teilforderung.
Vor  allem  wurden  in  der  wichtigen  Frage  des  willkürlichen  Gedingemachens
  nicht  im  mindesten  Zugeständnisse  gemacht;  was  die  Arbeiterschaft ­
  auch  in  Zukunft  nicht  befriedigen  und  beruhigen  wird.  Dre
durch  nichts  bewiesene  Behauptung,  daß  Mindestlöhne  zu  einem,  Rückgang ­
  der  Arbeitsleistung  führen  werden,  weist  die  Arbeiterschaft  mit
aller  Entschiedenheit  zurück  und  stellt  den  Beweis  ihrer  stetig  gestiegenen ­
  Arbeitsleistung,  vor  und  während  des  Krieges!  —  trotz  Lebensmittelmangel ­
  —  dieser  ungerechtfertigten  Behauptung  entgegen.
Bewiesen  ist,  daß  übevaill  dort,  wo  bet  Akkord-  und  Siücklohnsätzen  ein
gewisser  Mindestverdienst  garantiert  ist,  'die  Arbeiter  in  der  Regel
bestrebt  sind,  weit  über  die  Miüdestlohne  zu  verdienen.
Die  Arbeiterschaft  besteht  ebenfalls  auf  der  Durchführung  der
Forderung  bezüglich  Gewährung  von  Zuschlägen  für  Sonn-  und  Feiertagsarbeiten ­
  sowie  für  Ueberschichten.  Dieses  umsomehr,  da  nicht
allein  in  den  Betrieben  der  Kriegsindustrie,  sondern  in  allen  sonstigen
Betrieben,  selbst  auch  in  den  Bergwerksbetrieben  den  Handwerkern
und  sonstigen  Arbeitern  über  Tage  diese  Zuschläge  bereits  gewährt
werden.
Was  tu  anderen  Betrieben  durchführbar  ist  und  sich  als  notwendig ­
  und  zweckmäßig  erwiesen  hat,  kann  auch  deck  Grubenarbeitern
nicht  vorenthalten  werden.
Tie  organisierten  Arbeiter  haben  stets  ihre  Pflicht  der  Allgemein-•s)eit
  und  dem  Vaterlands  gegenüber  gewissenhaft  erfüllt  und  sind  sich
auch  in  Zukunft  ihrer  Pflicht  vollauf  bewußt.  ,
Die  Versammelten  beauftragten  den  Arbeirerausschuß  und  die
Organisatiousleitu'ngen,  nochmals  Berhandluugci:  anzubahnen  und  ans
der  Durchführung  der  fraglichen  Forderungen  zu  bestehen.

An  den  Verein  der  Niederlausitzer  Braunkohlenwerke  in
Senftenberg  und  die  einzelnen  ihm  angeschlossenen  Braunkohlenwerke
  haben  der  Deutsche  Metallarbeiterverband,  der  Verband ­
  der  Heizer  und  Maschinisten,  die  Polnische  Berufsvereinigung ­
  und  unser  Verband  am  24.  Juli  folgende  Lohneingabe
gerichtet:
Ter  schon  drei  Jahre  dauernde  Weltkrieg  hat  die  Arbeiter
und  Arbeiterinnen  der  Brannkohlenindustrie  in  eine  große  Not-
            
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