Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

X.  Geschäft.

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wünschenswerten  und  in  keiner  Hinsicht  unangenehmen  Eigenschaften ­
  sowie  mit  hervorragenden  Fähigkeiten  nach  einer  oder
zwei  Richtungen  hin.  Wir  hören  die  Behauptung  oft  aufstellen,
es  sei  heutzutage  unmöglich  für  junge  Leute,  Geschäftsherrn  zu
werden,  weil  das  Geschäft  gegenwärtig  in  so  großem,  ja  ungeheurem ­
  Stile  betrieben  wird,  und  das  dazu  nötige  Kapital  sich
auf  Millionen  beläuft;  der  junge  Kaufmann  sei  deshalb  für
immer  an  das  Leben  eines  bloß  Angestellten  gefesselt.  Zweifellos ­
  liegt  darin  etwas  Wahres,  soweit  die  großen  Gesellschaften
in  Frage  kommen,  weil  wirklich  hier  ein  Interesse  nur  durch
Kapital  zu  erhalten  ist;  man  kann  für  so  und  so  viel  Geld  so
und  so  viel  Aktien  kaufen.  Da  nun  die  jungen  Leute,  an  welche
ich  gegenwärtig  meine  Worte  richte,  wie  ich  hoffe,  nicht  ihr
ganzes  Leben  lang  nur  Angestellte  bleiben  wollen,  sondern  entschlossen ­
  sind,  eher  oder  später  Geschäftsleute,  d.  h.  Geschäftsherren ­
  zu  werden,  so  glaube  ich,  daß  eine  Anstellung  bei  großen
Gesellschaften  für  sie  weniger  günstig  sein  müßte,  als  in  einem
Privatgeschäfte.  Denn  alles,  was  sie  bei  großen  Gesellschaften
erwarten  können,  ist  ein  hohes  Gehalt.  Sogar  die  Präsidenten
dieser  Gesellschaften  sind  im  eigentlichsten  Sinne  des  Wortes
keine  Geschäftsleute,  da  sie  bloße  mit  Gehalt  Angestellte  sind.
Wie  also  könnte  ein  unter  ihnen  arbeitender  junger  Mann  sein
ganzes  Leben  lang  etwas  Höheres  erreichen?  Viele  Geschäfte,
die  bis  dahin  Privateigentum  gewesen,  werden  zu  einer  Aktiengesellschaft ­
  umgewandelt;  die  Aktien  gelangen  dann  auf  den  Markt,
und  viele  Nichtkaufleute,  die,  geschäftlich  genommen,  wahre  Unschuldslämmer ­
  sind  —  unter  ihnen  auch  spekulationssüchtige  Frauen,
und  ich  bedaure,  das  sagen  zu  müssen,  oftmals  Geistliche  und
Künstler  —  lassen  sich  zum  Ankauf  solcher  Aktien  verführen.
Das  Publikum  kauft  das  Geschäft;  besser  hätte  es  den  Mann
oder  die  Männer  gekauft,  welche  bis  dahin  das  Geschäft  leiteten.
Kennen  Sie  die  berühmte  Geschichte  vom  Hundekauf?  Ein  Mann
bat  seinen  Freund,  einen  Kenner  von  Hunden,  sich  einen  Hund
anzusehen,  den  er  für  Vertilgung  der  Ratten  in  seinem  Gartenglashause ­
  kaufen  wollte.  Während  der  Hundezüchter  den  beiden
zeigte,  wie  der  Hund  die  Ratten  vertilgte,  erschien  plötzlich  eine
mächtige  alte  Ratte,  vor  welcher  der  Hund  davonlief.  Der  Glas-
            
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