Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

X.  Geschäft.

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die  Geschäfte  aller  Branchen  in  so  gigantischem  Maßstabe  betrieben, ­
  daß  die  Besitzer  großer  Betriebe  über  ganze  Reiche
herrschen.  Der  große  Arbeitgeber  hat  oft  in  seinem  industriellen
Heere  mehr  Leute,  als  die  kleinen  germanischen  Könige  unter
ihrem  Banner  versammelten.
Früher  hielt  man  es  für  ausgemacht,  daß  zwei  Geschäftsleute
niemals  übereinstimmen  könnten;  heute  dagegen  besteht  die
wärmste  Freundschaft  in  jedem  Bereiche  menschlicher  Tätigkeit
zwischen  den  Angehörigen  desselben  Geschäftszweiges;  sie  besuchen ­
  sich  gegenseitig  in  ihren  Klassenämtern,  ihren:  Werkstätten, ­
  ihren  Warenhäusern;  sie  zeigen  einander  ihre  verschiedenartigen ­
  Methoden,  ihre  Verbesserungen,  ihre  neuen  Erfindungen
und  wenden  sie  offen  jeder  in  seiner  Werkstatt  an.
Die  Dinge  haben  heutzutage  einen  viel  zu  großen  Maßstab
angenommen,  als  daß  sie  kleinliche  Eifersüchteleien  mit  sich  bringen ­
  könnten.  Mit  dem  Wunsch',  Gewinn  zu  machen,  verbindet
sich  jetzt  das  Verlangen  nach  Fortschritt,  Erfindung,  Verbesserung
der  Methoden,  wissenschaftlichem  Fortschritt;  man  ist  stolz  auf
jeden  wichtigen  Erfolg  in  diesen  Dingen.  Deshalb  ist  die  Dividende, ­
  welche  der  Geschäftsmann  heutzutage  erhält,  nicht  allein
eine  Dividende  in  Dollars.  Zugleich  mit  dem  Dollar  erhält  er
noch  eine  Dividende  höherer  Art  in  Gestalt  der  Genugtuung,  die
er  empfindet,  das  Geschäft,  welchem  er  sein  Leben  gewidmet,
höher  entwickelt  zu  haben!
Ich  darf  Ihnen  die  kaufmännische  Laufbahn  getrost  als  eine
solche  bezeichnen,  in  der  Raum  genug  für  Entfaltung  höchsten
menschlichen  Könnens  und  aller  in  der  Menschennatur  liegenden
guten  Eigenschaften  bleibt.  Nach  meiner  Überzeugung  ist  die
Lebensaufgabe  eines  großen  Kaufmanns,  eines  Bankiers  oder  eines
Führers  auf  industriellem  Gebiete  besonders  günstig  zur  Entfaltung
geistiger  Kräfte  und  zur  Betätigung  eines  gereiften  Urteils  über
eine  große  Zahl  bedeutender  Dinge,  sowie  zur  Befreiung  von
Vorurteilen  und  zur  Aufrechterhaltung  freier  Anschauungen.  Ebenso
weiß  ich,  daß  dauernder  Erfolg  nur  durch  offenes  und  ehrenhaftes
Handeln,  verbunden  mit  tadellosen  Lebensgewohnheiten,  mit  gesundem ­
  Menschenverstand  und  seltener  Urteilskraft  über  alle
menschlichen  Lebensbeziehungen  zu  erreichen  ist;  denn  der  Ge ­
            
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