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und so gewissermaßen als Feder dient. Dann wird auch der ausge-
bildete Plattfuß seinem Träger so gut wie nie Schmerzen verursachen.
b) Die Hüftgelenks verbiegung (coxa vara) besteht in
einer Verbiegung des sog. Schenkelhalswinkels, der kleiner wird, als
es normal der Fall ist und recht- und sogar sspitzwinklig werden kann.
Diese Verbiegung tritt meist bei jungen Leuten in der Lehrzeit auf,
so bei Schlossern, Schmieden, Bäckern und Landwirten und ist die
Folge einer Belastung, der der jugendliche plastische Knochen nicht
gewachsen ist (vergleiche Rachitis!). Zuerst treten Schmerzen in den
Hüften auf; dann wird das Bein scheinbar kürzer, und es nimmt seine
Spreizfähigkeit ab, während die Beugefähigkeit erhalten bleibt (Unter-
schied gegenüber der beginnenden Hüfttuberkulose). Therapeutisch
kommen Ruhigstellung durch Gipsverbände und Kräftigung des
ganzen Körpersskeletts durch die schon früher beschriebenen Maß-
nahmen in Betracht. Kurz darauf hingewiesen sei noch, daß es auch
eine angeborene coxa vara gibt, die leicht zur Verwechslung mit der
angeborenen Hüftverrenkung führt und wohl meist auch einer Keim-
störung ihre Entstehung verdantt.
e) Unter Rückgratsverkrümmung oder Skoliose
verstehen wir jede dauernde Ausbiegung der Wirbelsäule nach der
Seite. Wir fügen die betr. Seite, rechts oder links der Bezeichnung
der Skoliose zu, um hierdurch den Sitz der Verkrümmung kenntlich zu
machen, also z. B. rechtseitige Brustwirbelverkrümmung oder link-
seitige Lendenwirbelverkrümmung.
Die Wirbelsäule ist ein elastischer Stab, der aus 24 einzelnen
Segmenten, den Wirbeln, besteht. So haben wir 7 Hals-, 12 Brust-
und 5 Lendenwirbel. Diese Wirbel sind untereinander gelenkig ver-
bunden und tragen zwischen ihren Körpern noch elastische Knorpel-
scheiben. Die Beweglichkeit der einzelnen Wirbel gegeneinander ist
nur eine geringe, die Beweglichkeit der ganzen Wirbelsäule indessen
eine recht ausgiebige, besonders in der Beugung nach vorn. Rein
seitliche Bewegungen sind dagegen bei der Art des Baues der Wirbel-
säule nicht möglich. Biegt sich die Virbelsäule nach der Seite aus, so
macht der im Scheitel des Bogens sitzende Wirbel eine Drehung nach
der Seite der Convexität hin. Bleibt nun diese Ausbiegung bestehen,
das heißt, wird aus einer vorübergehenden Bewegung ein bleibender
Zustand, d. h. eben eine Skoliose, so wird dieser Scheitelwirbel nicht
mehr symmetrisch belastet, sondern die concave Seite erfährt einen
größeren Druck, und auf diese Weise werden die gewaltigen Form-
veränderungen der sskoliosen Wirbel eingeleitet.
Die Wirbelsäule ist nur imstande, sich aufrecht zu erhalten durch
die Anspannung der Rückenmuskulatur. Fehlt letztere, so sinkt die
Wirbelsäule schlaff zusammen, wie wir es beim Ohnmächtigen oder