Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

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111.  Silberwährung.

alles  aufbieten  sollte.  Mögen  die  Regierungen  immerhin  allerlei
Gesetze  in  bezug  auf  Silber  machen,  die  Welt  kehrt  sich  nicht
daran.  Jede  geschäftliche  Transaktion  zwischen  den  Völkern  beruht ­
  ausschließlich  auf  Gold  —  auf  nichts  als  Gold  —  und  so
wird  es  für  alle  Zukunft  bleiben.  Großbritannien  weiß  das  und
handelt  demgemäß.
Ich  höre  die  unwillige  Frage:  „Wie  kommt  es,  daß  unser
Amerika  312  Millionen  Silberdollars,  gerade  wie  Frankreich,  in
seinen  Gewölben  vorrätig  hat,  anstatt  wie  unser  Nebenbuhler,
Großbritannien,  diese  ganze  Reserve  in  Gold  zu  besitzen,  da  wir
ja  doch,  ebenso  wie  Großbritannien,  Goldwährung  haben?“
Auf  diese  Frage  sollte  jeder  Landwirt  und  jeder  Arbeiter  von
seinem  Abgeordneten  im  Kongreß  eine  Antwort  fordern.  Die
Ursache  ist  einfach  genug,  und  hier  ist  ihre  Geschichte:  Wie  wir
sahen,  war  Silber  im  Werte  gefallen  und  sichtlich  im  Begriff,  noch
weiter  zu  fallen.  Die  Völker  Europas  trugen  schwer  an  ihren
vielen  Hundert  Millionen  Silberdollars;  sie  eilten  alle,  sich'  des
Silbers  zu  entledigen.  Die  Besitzer  von  Silber  und  Silberbergwerken ­
  wurden  besorgt;  was  mußte  geschehen,  dem  weiteren
Falle  des  weißen  Metalls  Einhält  zu  tun?  Augenscheinlich  konnte
hier  einzig  und  allein  die  Regierung  helfen;  so  wurden  denn  nach
dieser  Seite  hin  aller  Einfluß  und  alle  Hilfsquellen  der  Silber-Männer
  aufgewendet  —  und  das  ach!  mit  nur  allzu  großem  Erfolge; ­
  denn  man  erklärte,  die  große  Masse  unseres  Volkes  sei  für
das  Silber.  Wenn  das  richtig  war,  dann  gingen  die  Massen  Arm
in  Arm  mit  den  Spekulanten,  und  zwar  geradewegs  gegen  ihr
eigenstes  Interesse.
Der  erste  Gesetzesakt  für  Wiederherstellung  des  Silberwertes
wurde  im  Jahre  1878  angenommen.  Kraft  dieses  Aktes  war  unsere
Regierung  verpflichtet,  jeden  Monat  mindestens  zwei  Millionen
Silber  anzukaufen,  während  alle  anderen  Regierungen  ihre  Silberprägungen ­
  wegen  der  gefährlichen  Wertschwankung  des  weißen
Metalls  einstellten.  Die  Silberleute  behaupteten  steif  und  fest,
daß  die  Regierungsankäufe  den  Wert  des  Silbers  heben  würden;
hatten  sie  darin  Recht?  Nein.
Der  Silberpreis  hob  sich  trotzdem  nicht.  Was  also  war  zu
tun?  „Ah!“  —  so  sagten  die  Silberspekulanten  —  „der  Fehler
            
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