Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

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III.  Silberwährung.

die  1100  Millionen  Silberdollar  zu  kaufen,  mit  denen  die  europäischen ­
  Regierungen  gegenwärtig  überladen  und  die  zu  verkaufen
sie  nur  allzu  bereit  sind.
So  sehr  sind  die  Silbereinkäufe  unserer  Regierung  bis  jetzt
davon  entfernt,  den  Wert  des  Silbers  zu  erhöhen,  daß  die  Regierung ­
  die  in  ihren  Gewölben  liegenden  313  Millionen  Dollar  Silberwert ­
  nicht  ohne  beträchtlichen  Preisverlust  losschlagen  könnte.
Es  scheint  schwer  ersichtlich,  wie  nach  dem  Ausweis  unseres
Schatzamtes  unsere  Regierung  bis  jetzt  67  Millionen  an  ihren
Silbereinkäufen  verdient  haben  kann.  Der  Verdienst  liegt  darin,
daß  in  jedem  Silberdollar  nur  für  80  Cents  Silber  steckt.  So  ist
all  dieser  Nutzen  nur  „eingebildet“.  Tatsächlich  werden  jeden
Monat  41/2  Millionen  dessen,  was  unser  Volk  erarbeitet,  nicht  für
allgemeinnützige  Staatszwecke,  sondern  dazu  verwandt,  den  Wert
eines  Metalls  aufzublähen,  indem  man  Preise,  weit  über  seinen
wirklichen  Marktwert  dafür  bezahlt.  —  Unsere  Regierung  läßt
sich  als  Werkzeug  für  die  Bereicherung  von  Silbereigentümern
und  Silberbergwerkseigentümern  mißbrauchen.  Das  ist  gewiß  schon
schlimm  genug;  dennoch  erscheint  es  kaum  erwähnenswert  im
Vergleich  zu  der  Gefahr,  der  Panik  und  dem  Unglück,  welche
eine  solche  Politik  durch  Erschütterung  der  feststehenden  Goldbasis ­
  und  durch  gleichzeitige  Einführung  der  höchst  unsicheren
Silberbasis  mit  sich  führen  muß.
Unsere  Republik  hat  früher  die  Schmach  des  Sklavenhandels
von  sich  geworfen.  Bis  vor  nicht  allzu  langer  Zeit  stand  sie  in
den  Augen  der  Welt  verachtet,  weil  das  literarische  Eigentumsrecht ­
  anderer  als  amerikanischer  Bürger  gesetzlich  ungeschützt  war.
Auch  diese  Schmach  ist  jetzt  beseitigt.  Dafür  tragen  wir  noch
heute  die  Schmach  minderwertiger  Prägung.  Die  große  Repuplik
  der  Vereinigten  Staaten  gibt  schlechte  Münzen  aus;  sie  steht,
wenn  man  von  Mexiko  absieht,  welches  noch  immer  etwas  Silber
schlägt,  in  dieser  Beziehung  allein  da  unter  allen  Völkern  der
zivilisierten  Welt.  Die  Folgen  dieser  Schmach  werden  sich  erst
noch  später  zeigen.  Denn  da  die  amerikanische  Regierung  diese
unterwertigen  Münzen  für  die  Zahlung  von  Taxen  und  Steuern
annimmt  und  sie  so  zu  gesetzlichen  Zahlungsmitteln  macht,  gehen
diese  Münzen  vorläufig  noch  als  vollwertige  Dollarstücke  von
            
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