Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

Ansprache  an  Arbeiter.

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der  Arbeiter  über  die  volkswirtschaftlichen  Gesetze,  welche  die
Kapitalisten  in  unbarmherzigem  Zwang  halten,  würde  vielen  Mißhelligkeiten ­
  zwischen  den  beiden  Teilen  da  jeder  dem  andern
unumgänglich  nötig  ist  —  Vorbeugen.  Ich  hoffe,  diejenigen,  welche
den  unschätzbaren  Vorzug  der  Neigung  zum  Lesen  besitzen,  werden
einige  der  Grundgesetze,  von  denen  es  weder  für  das  Kapital
noch  für  die  Arbeit  ein  Entrinnen  gibt,  sorgfältig  studieren.  Wenn
diese  Bücherei  zu  diesem  Zwecke  auch  nur  das  leiseste  beiträgt,
wird  sie  schon  dadurch  ihre  Existenz  gerechtfertigt  haben.
Auch,  denke  ich,  dürften  Sie  bei  all  dem  nicht  vergessen,
sich  zu  amüsieren.  Man  soll  das  Leben  nicht  allzu  ernst  nehmen.
Der  Glaube,  daß  der  Mann,  der  nichts  tut  als  arbeiten,  den  Preis
gewinnt,  enthält  einen  großen  Irrtum.  Haben  Sie  ruhig  Ihr  Vergnügen. ­
  Lernen  Sie  gut  Whist,  gut  Dame  oder  auch  gut  Billard
spielen,  nehmen  Sie  Interesse  an  Fußball,  Crikett,  oder  auch  an
Pferden;  kurz  an  irgend  etwas,  das  Ihnen  eine  unschuldige  Freude
macht  und  Sie  von  des  Tages  Mühen  befreit.  Nichts  besseres
als  ein  herzliches  Lachen!  Ich  schreibe  den  größten  Teil  meiner
Erfolge  der  Tatsache  zu,  daß  —  wie  meine  Partner  oft  sagen  —
Sorgen  an  meinem  Rücken  herunterfließen,  wie  Wasser  an  einer
Ente.  Shakespeare  sagt,  an  einer  hier  wohlangebrachten  Stelle:
„Trage  deine  Sorgen,  wie  das,  was  du  äußerlich  an  dir  hast,
gerade  wie  deine  Kleider:  unbekümmert.“
Man  begegnet  vielen  im  Leben,  die,  ihrer  eigenen  Überzeugung ­
  zufolge,  groß  und  erfolgreich  gewesen  wären,  hätte  die
Welt  ihnen  den  Wert  zugestanden,  welchen  sie  selbst  für  sich
in  Anspruch  nehmen.  Solche  Leute  sind  das  Opfer  ihrer  Einbildung. ­
  Niemand  in  der  Welt  wünscht  wahre  Fähigkeiten  niederzuhalten. ­
  Jedermann  streckt  ihnen  freudig  die  Hand  entgegen.
Jeder  Arbeitgeber  prüft  die  jungen  Leute  in  seinem  Wirkungskreise, ­
  stets  außerordentlich  begierig,  um  ausnehmende  Fähigkeiten ­
  ausfindig  zu  machen.  Nichts  in  der  Welt  ist  so  wünschenswert ­
  für  ihn  und  nichts  so  gewinnbringend,  wie  Begabung.  Jeder
Abteilungsdirektor  ist  bereit,  den  Mann  festzuhalten  und  zu  verwerten, ­
  welcher  etwas  besonders  Wertvolles  zu  leisten  vermag.
Jeder  Vormann  hat  den  Wunsch,  Leute  unter  sich  zu  haben,  auf
die  er  sich  verlassen  kann  und  deren  Verdienste  zu  seinem  eignen
            
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