Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

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VI.  Wie  kann  man  ein  Vermögen  erwerben?

solchen  Leuten  gefunden,  welche  immer  ein  und  dasselbe  Feld
bearbeiten,  denn  sie  haben  die  genaueste  Kenntnis  der  darin  zu
lösenden  Probleme.  Gerade  auf  diesem  Wege  wurden  die  wertvollsten ­
  Verbesserungen  gemacht.  Wer  eine  Verbesserung  einführt, ­
  der  tut  viel  besser,  einen  Anteil  am  Geschäft  zu  erstreben
anstatt  einer  Gehaltserhöhung.  Selbst  wenn  bis  dahin  das  Geschäft ­
  nicht  sehr  gewinnbringend  war,  wird  er  doch,  wenn  er  das
rechte  Zeug  in  sich  fühlt,  denken,  er  könne  es  gewinnbringend
machen,  und  das  kann  er  auch.  Alle  Geschäfte  haben  gute  und
schlechte  Zeiten.  Tagen  der  Depression  folgen  Tage  des  Aufschwunges. ­
  Das  eine  Jahr  bringt  große  Überschüsse,  andere  wieder
geringen  oder  gar  keinen  Ertrag.  Das  ist  in  der  Geschäftswelt
nun  mal  Gesetz  und  ich  brauche  hier  seine  Ursachen  nicht  weiter
zu  entwickeln.  Deshalb  sollte  der  praktische  Geschäftsmann  sich
nicht  gerade  auf  diesen  oder  jenen  Geschäftszweig  versteifen;
jedes  gut  geführte  Geschäft  wird  während  einer  bestimmten  Zeit
einen  hübschen  Gewinn  abwerfen.
Drei  große  Hindernisse  stellen  sich  jedem  jungen  Mann,  der
seinen  Fuß  im  Steigbügel  hat  und  im  Aufsteigen  begriffen  ist,
entgegen.  Zunächst  Trunksucht;  sie  wird  geradezu  zum  Verhängnis. ­
  Hopfen  und  Malz  sind  an  jedem  jungen  Mann  verloren,
der  sich  dem  Trünke  von  Spirituosen  ergibt,  mögen  seine  Talente
auch  noch  so  groß  sein.  In  Wahrheit,  je  größer  seine  Talente,
um  so  größer  auch  die  Enttäuschung.  Das  zweite  Hindernis  besteht ­
  im  Spekulieren.  Die  geschäftliche  Tätigkeit  eines  Spekulanten
und  die  eines  Fabrikanten  oder  wirklichen  Geschäftsmannes  sind
nicht  nur  verschieden,  sondern  geradezu  unvereinbar.  Um  in  der
Geschäftswelt  Erfolg  zu  haben,  sollten  nur  des  Fabrikanten  und
Kaufmanns  Verdienste  in  Rechnung  gezogen  werden.  Der  Fabrikant ­
  sollte  unentwegt  vorwärtsschreiten  mit  Berücksichtigung
des  Marktpreises.  Wenn  Du  Waren  zu  verkaufen  hast,  verkaufe
sie,  wenn  Du  Waren  brauchst,  kaufe  sie,  und  zwar  in  beiden
Fällen  ohne  Rücksicht  auf  den  Marktpreis.  Niemals  in  meinem;
Leben  habe  ich  einen  spekulativen  Fabrikanten  oder  spekulativem
Geschäftsmann  gekannt,  dem  der  Erfolg  treu  geblieben  wäre.
Heute  ist  er  reich,  morgen  bankerott.  Außerdem  ist  es  die  Aufgabe ­
  des  Fabrikanten,  Artikel  zu  erzeugen  und  Arbeit  zu  geben.
            
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