Full text : Frankreichs Bank- und Finanzwirtschaft im Kriege

Frankreichs  Bank-  und  Finanzwirtschaft.

183

mochte  jedoch  den  Charakter  eines  eklatanten  Sieges  nicht  durchzusetzen. ­
  Von  größter  Enttäuschung  dürfte  die  geringe  Barzeichnung
sein,  und  sie  ist  nicht  geeignet,  das  Schatzamt  in  Kürze  nochmals  auf
den  Weg  der  festen  Anleihe  zu  weisen.  Nach  wie  vor  wird  somit  die
Republik  zur  Ausgabe  kurzfristiger  Schatzwechsel,  zur  Kreditaufnahme
im  Ausland  und  zur  weiteren  Inanspruchnahme  der  Notenbank  angewiesen ­
  sein.
Bis  zur  Wende  des  Jahres  1915  hatte  das  Schatzamt  die  Kosten
des  Krieges  mit  Hilfe  der  Notenbank,  der  Emission  von  Schatzscheinen
und  der  ersten  großen  Rentenanleihe  zu  tilgen  gesucht.  In  einem  Vergleich ­
  der  Gesamtausgaben  für  diese  Kriegsperiode  mit  dem  nominellen
Ertrag  aus  jenen  Kapitalquellen  geht  das  Verhältnis  zwischen  Dienstleistung ­
  der  Notenbank  und  der  anderen  Stützen  deutlich  hervor.  Mit
R  i  b  o  t  können  die  Kriegskosten  vom  1.  August  1914  bis  zum  31.  Dezember ­
  1915  auf  rund  28,5  Milliarden  Frcs.  veranschlagt  werden.  Nach
den  bekannt  gewordenen  Ziffern  waren  andererseits  die  Einnahmen:

1.  Notenbank-Vorschüsse  7  600,00  Milk  Frcs.
2.  Erlös  aus  N.-V.-Wechseln  bis  zum  31.  Dezember  1915  (abzüglich
aller  Konversionen)  6  963,00  „  „
3.  Erlös  aus  N.-V.-Obligationen  bis  zum  31.  Dezember  1915  (abzüglich ­
  der  Konvertierung  in  die  5  %  Rente)  .  632,00  „  „
4.  Erlös  aus  Krediteröffnungen  im  Auslande  (schätzungsweise  ermittelt ­
  und  abzüglich  der  Erneuerung  alter  Kredite)  ....  etwa  1  500,00  „  „
5.  Erlös  aus  der  5%  Rente  (Kurswert  abzüglich  der  3%%  Rente
und  y 3  der  3  %  Rente)  12  742,00  „  „
Gesamteinnahme  des  Schatzamtes  29  437.00  Mül.  Frcs.

Es  stehen  also  nach  dieser,  natürlich  etwas  problematischen  Aufstellung ­
  der  Kriegskosten  von  28,5  Milliarden  Frcs.,  Einnahmen  von  29,5
Milliarden  Frcs.  gegenüber.  Die  Bilanzierung  der  Ausgaben  durch  die
spärlich  fließenden  Einnahmen  war  nicht  leicht  und  konnte  nur  unter
den  geschicktesten  Wendungen  und  einer  höchst  dehnbaren  Anpassung ­
  an  die  wirtschaftlichen  und  militär-politischen  Situationen  erreicht ­
  werden.
Von  dem  Finanzminister  wurde  in  einer  späteren  Zeit  —  Bericht
in  der  Kammer  am  15.  Februar  1916  —  eine  Übersicht  von  den  Kriegskosten ­
  und  eine  ausführliche  Spezifikation  der  Einnahmen  des  Schatzamtes ­
  im  Laufe  des  Jahres  1915  gegeben,  die  für  einen  Vergleich  mit
den  vorangegangenen,  im  August  1915  vorgenommenen  Berechnungen
von  Interesse  sein  dürften.
Aus  den  Kreditoperationen  und  Haupteinnahmequellen  zog  das
Schatzamt  in  der  Zeit  vom  1.  Januar  bis  31.  Dezember  1915  gegen  22  873
Mill.  Frcs.

Anleihe

Zeichner

I

1  i7Z  233

II

2  691  000

III

3  355  176

IV

5  279  000
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.