Full text : Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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„sed  et  ubicunque  in  possessione  coenobii  venae  salis  seu  ferri
aut  argenti  vel  cujuslibet  metalli  fodinae  reperiri  poterant,  quae
de  regalibus  imperii  Salzburgensis  ecclesia  hactenus  quiete  possedit,
  sicut  ex  concessione  pontificum  praescriptorum  primitus 1  ea
fratres  Admontenses  possederunt,  et  nos  eis  ex  assensu  Friderici
concedimus.  “
Hiernach  steht  der  Besitz  von  Eisengruben  durch  die  Abtei  zu
Admont  nicht  im  Widerspruch  mit  der  Annahme  eines  Bergregals  und
dies  um  so  weniger,  als  Kaiser  Friedrich  I.  im  Jahre  1183  nochmals
Admont  die  ihr  von  Salzburg  übertragenen  Regalien  bestätigte:
„Sub  alis  et  aquilis  Imperatoriae  majestatis  conservanda  suscipimus
  et  defendenda,  constituentes,  ut  debita  usuum  Integrität«
possideant,  quae  de  regalibus  Imperii  a  Salzburgensensi  ecclesia
susceperunt  et  possidere  dignoscuntur  .  .  .  fratres  Admontenses' 2 .“
Die  Äbte  zu  Admont  betrieben  nun  die  ihnen  gehörigen  Eisensteingruben ­
  in  ähnlicherWeise  wie  der  König  Böhmens  die  seinigen:
sie  überließen  sie  Dritten  zum  Abbau  unter  gewissen  Bedingungen.
Den  tatsächlichen  Verhältnissen  entsprechend,  übertrugen  oder  verpachteten ­
  sie  ihre  lange  erschlossenen  Gruben  bestimmten  Personen
unter  Bedingungen,  die  von  den  in  anderen  Bergwerksordnungen  aufgeführten ­
  nicht  merklich  abweichen.
Von  derartigen  Übertragungen  sind  uns  zwei,  die  eine  an  die
Freisacher  Bürger  vom  Jahre  1202  und  die  andere  vom  Jahre  1216
an  die  Lehnsträger  Meynhard,  Heinrich  von  Pulndorf  und  Gottfried
sowie  deren  Sorien  überliefert.  Die  letztere,  der  berühmte  Admonter
Bergbrief,  ist  im  Corpus  Juris  Metallici  p.  31,  32,  ferner  im  Urkundenbuch ­
  für  Steiermark  N.  405,  bei  Mispoulet,  Le  regime  des  mines  etc.
p.  102,  abgedruckt.
Der  Abt  Gottfried  verleiht  mit  Zustimmung  der  Mönche  (concessimus),
  nicht  als  privater  Grundbesitzer,  sondern  als  Regal-  und
Landesherr  die  Gruben,  quae  nuncupantur  Ysenhartes  fodina  et  Admontensis
  fodina,  quae  modo  pro  una  reputantur,  unter  der  Bedingung,
daß  die  Belehnten  ihm  zahlen  „marcam  CXXX  denariorum“.  Die
Summe  ist  aus  der  Ausbeute  zu  entrichten,  also  von  dem,  was  nach
Abzug  der  Unkosten  den  Bergbauunternehmern  übrig  bleibt.  Außerdem ­
  erhält  die  Abtei  den  achten  Teil  des  Ausgebrachten  sine  omni
minutione,  also  soviel  wie  die  Urbure  (im  engeren  Sinne)  der  böhmi-1

  Primitus,  also  schon  seit  der  Stiftung,  d.  i.  seit  1074.
*  Bei  v.  Muchar  III  105  aus  dem  Admonter  Saalbuche.
            
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