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Drittes Kapitel.
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Das Weltgeld funktioniert als allgemeines Zahlungsmittel, all-
Ecmeines Kaufmittel und absolut gesellschaftliche Materiatur [Ver-
körperung] des Reichtums überhaupt (englisch: universal wealth).
Die Funktion als Zahlungsmittel, zur Ausgleichung internationaler
Bilanzen, herrscht vor. Daher das Losungswort des Merkantilsystems
— Handelsbilanz!!?® Zum internationalen Kaufmittel dienen Gold und
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Maßstab und mit geringeren Kosten ermöglicht. Es besteht aber ein großer
Unterschied in der Art, wie beide Metalle in den Erzgängen vorkommen.
Das Gold ist meist gediegen, aber dafür in winzig kleinen Mengen im Quarz
terstreut; die ganze Gangart muß daher zerstampft und das Gold aus-
Bewaschen respektive durch Quecksilber ausgezogen werden. Auf 1000 000
Gramm Quarz kommen dann oft kaum 1 bis 8, sehr selten 30 bis 60 Gramm
Gold. Silber kommt selten gediegen, dafür aber in eigenen, verhältnismäßig
leicht von der Gangart zu trennenden Erzen vor, die meist von 40 bis
3 pZt. Silber enthalten; oder aber es ist in geringeren Mengen enthalten
© den an sich schon Bearbeitung lohnenden Erzen von Kupfer, Blei usw.
Schon hieraus geht hervor, daß, während die Produktionsarbeit des Goldes
Sch eher vermehrt, die des Silbers sich entschieden vermindert hat, der
Wertfall des Jetzeren sich also ganz natürlich erklärt. Dieser Wertfall würde
ch in noch größerem Preisfall ausdrücken, würde nicht der Silberpreis auch
letzt noch durch künstliche Mittel hoch gehalten. Die Silberschätze von
Amerika sind aber erst zum kleinen Teil zugänglich gemacht, und so ist alle
Aussicht vorhanden, daß der Silberwert noch längere Zeit am Sinken bleibt.
Hierzu muß noch mehr beitragen die relative Abnahme des Silberbedarfs
für Gebrauchs- und Luxusartikel, sein Ersatz durch plattierte Waren, Alu-
Minium usw. Danach ermesse man den Utopismus der bimetallistischen Vor-
Sellung, ein internationaler Zwangskurs werde das Silber auf das alte Wert-
Verhältnis von 1: 15'/» wieder hinaufschrauben. Eher dürfte das Silber auch
nn dem Weltmarkt seine Geldqualität mehr und mehr einbüßen.“ — Diese
"Wartung, die Engels 1890 aussprach, hat sich seitdem immer mehr erfüllt,
Obwohl seitdem auch die Goldgewinnung durch den Cyanidprozeß revolutio-
Mert Wurde und man nicht mehr davon reden kann, daß „die Produktions-
arbeit des Goldes sich eher vermehrt“. Das Wertverhältnis zwischen Silber
yet Gold, das Engels noch als 1:22,1 angeben konnte, betrug schon 1902
+39,2, sank bis 1906 auf 30,1, um 1909 wieder auf 89,7 zu steigen. K.
Schü 199 Die Gegner des Merkantilsystems, welches die Ausgleichung über-
ben. iger Handelsbilanz durch Gold und Silber als Zweck des Welthandele
Wie edelte, verkannten ihrerseits durchaus die Funktion des Weltgeldes.
min die falsche Auffassung der Gesetze, welche die Masse der Zirkulations-
de tel regeln, sich in der falschen Auffassung der internationalen Bewegung
Be ‚Sdlen Metalle nur widerspiegelt, habe ich ausführlich an Ricardo nach-
A lesen. („Zur Kritik der Politischen Oekonomie“, S. 150 ff.) [Stuttgarter
ist Sgabe S, 178 f.] Sein falsches Dogma: „Eine ungünstige Handelsbilanz
Die 98 nur die Folge einer Ueberfülle von Zirkulationsmitteln. ...
Sie Ausfuhr von Harigeld wird durch seine Entwertung verursacht.
Bilan St nicht die Wirkung, sondern die Ursache einer ungünstigen
daher (Ricardo: „The high Price of Bullion“ etc., p. 11, 12, 14), findet man
Über Schon bei Barbon: „Die Ausgleichung der Handelsbilanz ist, wenn sie
Dort a uPt erfolgt, nicht die Ursache dafür, daß Geld aus dem Lande ex-
im lert wird. Diese Versendung ist vielmehr die Folge der Verschiedenheit
Werte der Edelmetalle in den verschiedenen Ländern.“ (N. Barbon: „A