Object: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

146 
Hierauf folgen die bei Böhlau fehlenden Worte: 
Universum quoque jus ad imperium spectans eis remissimus et ea 
proprietati ipsorum imperiali clementia assignavimus. 
Böhlau 1 sieht mit Recht in dieser Urkunde einen Beweis des 
Salzregals. Die Urkunde gilt heute als unecht; es würde erst recht 
die Bergregalität beweisen, da man, falls sie nicht für jene Zeit an 
erkannt wäre, nicht zu einer Fälschung zu greifen brauchte. 
In Urkunde 31 1 2 überträgt die Kaiserin Kunigunde Ortschaften 
nebst Regalien und darunter auch Salzwerke in Hall dem Hochstifte 
zu Freising. Diese Ortschaften und Gegenstände hatte sie als Wittum 
von Heinrich II. erhalten. Im königlichen Orte Hall wurden schon 
längst königliche Salinen betrieben, wie dies die Urkunde Heinrich II. 
vom 1. November 1007 3 über die nämlichen Salzwerke beweist. 
In Urkunde 32 vom Jahre 1027 übereignet Konrad II. dem Abte 
und der Kirche zu Paderborn im Jahre 1027 villam regiam Erwitte, 
ad quam salina spectabat 4 . 
Die Urkunde 33 vom 11. März 1029 enthält die Bestätigung aller 
Besitzungen des Erzstiftes Freising durch Kaiser Konrad II. Mit den 
Besitzungen werden verschiedene Regalien aufgezählt 5 . „Cum merca- 
tis, theloneis, et percussura propria numismatis et salinis et sartaginibus 
ac locis sartaginum.“ Wie Freising diese erhielt, ist bei Urkunde 13 
nachgewiesen. 
Die Urkunde 34 vom 24. August 1029, in welcher Kaiser Konrad 
einem Elfericus „miles de Sulza licentiam salem faciendi et venum- 
dandi“ erteilt, ist falsch 6 . Sie wäre indes wohl schwerlich gefälscht 
worden, wenn nicht die allgemeine Überzeugung damals dahin ging, 
daß niemand ohne kaiserliche Genehmigung Salzwerke haben durfte. 
In Urkunde 35 7 vom 2. Oktober 1064 gab Heinrich IV. locum 
Orbaha (Orb) an die Abtei St. Stephan und Martin in Mainz mit vielen 
diesem Orte zustehenden Regalien, wie den Fischfang und salinarum 
fontibus. 
1 P- 9- 
2 v. Koch-Sternfeld II 151. Meichelbeck, Historia ecclesiae Frisingensis 
I p. 219. 
3 In der Monumenta Boica tom. XXVIII p. 373, bei Böhlau Urkunde 29. 
1 Urkunde u. a. in Seibertz’ Urkundenbuch I No. 24. 
5 Meichelbeck, Historia Frinsingensis Aug. Vind. et Graecii 1724, p. 223. 
6 Waitz, Deutsche Verfassungsgeschichte VIII 272, Anm. 4. 
7 Lünig, Deutsches Reichsarchw, Leipzig 1713 ff., TI. XIX S. 23. v. Koch- 
Sternfeld S. 87 und sonst.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.