Full text: Zur Geschichte und Theorie des Bergregals und der Bergbaufreiheit

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Am 7. März 1187 1 bestätigte Kaiser Friedrich I. dem Erzbischof 
von Magdeburg den Teil eines Waldes und legte ihm allen Nutzen bei 
„que in salis ferrive venis seu foedinis in ea reperiri poterit imperiali 
auctoritate 
Die Verleihung des Bergregals innerhalb des Bistums und Herzog 
tums Trient am 15. Februar 1189” durch Friedrich I. ist schon zur 
Genüge besprochen worden. 
Aus dem Jahre 1189 werden zwei Urkunden Heinrichs VI. an 
geführt 3 , welche er als Vertreter seines im Kreuzzuge abwesenden Vaters 
ausgestellt hat. In der einen verbietet er den Bischöfen zu Minden, 
Paderborn und Osnabrück, sich die in ihren Herrschaften entdeckten 
Bergwerke zuzueignen, indem er sagt: 
„Cum omnis argentifodina ad jura pertineat Imperii, et inter 
regalia sit computata, nulli venit in dubium, quin ea, quae nuper 
in Episcopatu Mindensi dicitur inventa, ad nostram totaliter spectet 
distributionem.“ 
In der anderen Urkunde überläßt der Kaiser dem Bischof von 
Minden zwei Drittel der Bergwerke, sich selbst nur vorbehaltend: 
„tertiam partem totius Argentifodinae et totius fructus sive juris 
exinde provenientis, sive ex decima, quae in aliis locis recipi solet, 
sive ex juris dictione, vel judicio.“ 
Einen Widerspruch zwischen diesen beiden Urkunden, wie ihn 
Achenbach (S. 86) erkennen will, vermag ich nicht zu entdecken. Denn 
wenn auch die Bergwerke dem Kaiser von Rechts wegen ganz gehörten, 
so hinderte ihn doch nichts, solche ganz oder teilweise den Territorial 
herren zu übertragen. Solche Übertragungen sind nichts weniger als 
ungewöhnlich. Wenn Kommer die Urkunden deshalb für falsch erklärt, 
„weil noch niemals ein Kaiser sich vorher Uber eine neu entdeckte 
Grube auf fremdem Grundeigentum einen Anspruch angemaßt habe“, 
so erscheint diese Erklärung den voraufgeführten Urkunden gegenüber 
ebensowenig haltbar wie die fernere, daß die Übertragung der Gruben 
zu zwei Dritteilen auf den Bischof zeige, wie sich der Kaiser der Un 
gesetzmäßigkeit seiner Ansprüche wohl bewußt gewesen sein. 
1 Böhlau No. 56. 
s v. Sperges S. 265, 266; oben § 16. 
• Wagner, Beilage No. V p. XI. Achenbach, Deutsches Bergrecht S, 86. 
Kommer, Zeitschrift für Bergrecht Bd. 10 S. 387.
	        
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