Full text : Kaufmanns Herrschgewalt

Pflichten  reicher  Leute.

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des  Geldes  Interessen  zahlen.  Ganz  dasselbe  ist  es  mit  dem
Bau  von  Fabriken,  Eisenbahnen,  Kanälen  und  allem  anderen,  das
viel  Geld  kostet.  Wir  könnten  heute  nicht  viel  weiter  fortgeschritten
sein  als  die  Wilden,  hätten  wir  nicht  über  Erspartes  zu  verfügen.
Sparen  ist  deshalb  die  erste,  vorzüglichste  Pflicht.
Sparsamkeit  ist  die  unumgänglichste  Voraussetzung  jedes  Fortschrittes. ­
  Ohne  Ersparnisse  keine  Eisenbahnen,  keine  Kanäle,  keine
Schiffe,  keine  Telegraphen,  keine  Kirchen,  keine  Universitäten,
keine  Schulen,  keine  Zeitungen,  kurz  nichts,  was  immer  groß
und  kostspielig  ist.  Der  Mensch  muß  Sparsamkeit  üben  und
Geld  beiseite  legen,  ehe  er  etwas  Substantielles  von  großem
Werte  hervorzubringen  vermag.  Nichts  konnte  gebaut  und  nichts
gemacht  werden,  solange  der  Mensch  als  sparloser  Wilder  lebte.
Des  zivilisierten  Menschen  erste  Pflicht  erfordert  es  daher,  schon
von  jungen  Jahren  an  die  Notwendigkeit  im  Auge  zu  behalten,
für  seine  eigene  Zukunft  und  die  Zukunft  derer,  die  von  ihm
abhängen,  Vorsorge  zu  treffen.  Wenige  Regeln  sind  so  wichtig
und  heilsam,  wie  das  von  den  meisten  weisen  und  guten  Menschen ­
  befolgte  Gesetz:  daß  die  Ausgaben  stets  geringer  sein
müssen,  als  die  Einnahmen.  Mit  anderen  Worten:  Man  zeige
sich  als  zivilisierter  Mensch,  indem  man  etwas  beiseite  legt  und
nicht  als  Wilder,  der  immer  wieder  das  ganz  verzehrt,  was  er
einnimmt.  Der  große  Dichter  Burns  sagt  in  seinem  Rat  an  einen
jungen  Mann:

To  catch  Dame  Fortune’s  golden
smile,
Assiduous  wait  upon  her:
And  gather  gear  by  every  wile
That  justified  by  honour.
Not  for  to  hide  it  in  a  hedge,
Not  for  a  train  attendant;
But  for  the  glorious  privilege
Of  being  indepedent.

Fortunas  flüchtig  goldne  Gunst
Auf  jede  Art  begehre,
Erhasche  sie  mit  jeder  Kunst,
Erlaubt  bei  deiner  Ehre.

Nicht  als  der  Göttin  schnöder  Knecht,
Nicht  als  ihr  Schleppenhalter.
Nein  für  das  stolze  große  Recht,
Selbst  Herr  zu  sein  und  Walter.

Das  ist  ein  gesunder  Rat,  welchen,  wie  ich  hoffe,  der  Leser
sich  zu  Herzen  nehmen  und  auch  befolgen  wird.  Kein  stolzer,
sich  selbst  achtender  Mann  kann  jemals  glücklich  oder  auch  nur
zufrieden  sein,  wenn  er  für  seine  notdürftigen  Bedürfnisse  von
Carnegie,  Kaufmanns  Herrschgewalt.  5
            
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