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Weigert.
günstigere, als wo jener maßgebend ist. Welches soll ferner das Aequivalent
für die Arbeitsleistung des Unternehmers sein? Seine Feststellung steht in
der Hand des Unternehmers. Neue Quelle von Unzufriedenheit. Und doch
wie verschieden ist diese Arbeitsleistung! Wie anders in einem Unternehmen,
das der Mode unterworfene Waaren erzeugt, als in dem, welches Stapel
artikel fabricirt, in einem Geschäft, dessen Rohstoffe mannichfach sind, große
Kenntniß beim Einkauf erfordern und in dem, welches nur einfache leicht zu
unterscheidende Materialien verwendet. Unzählige Variationen lassen sich
anführen und der Arbeiter wird sich häufig für benachtheiligt halten. Dieser
Betrag vergrößert sich mit der Zahl der Unternehmer in einer Fabrik. Die
Aufnahme eines neuen Associes beeinträchtigt vielleicht den Nutzen der
Arbeiter! Wie soll endlich das im Unternehmen arbeitende Capital normirt
und wie hoch dessen Verzinsung angenommen werden? Auch hierin liegt ein
wesentlicher Factor, der den zur Vertheilung kommenden Nutzen erhöhen oder
schmälern kann. Alle diese Differenzen, die nicht durch allgemeine Grund
sätze aus der Welt zu schaffen sind, werden die Gewinnantheile der Arbeiter
in den einzelnen Unternehmungen der nämlichen Branche und desselben Ortes
zu sehr verschiedenem machen, Unzufriedenheiten unter ihnen, neue Zwietracht
zwischen ihnen und den Unternehmern schaffen. —
Wenden wir uns jetzt zu der wirthschaftlichen Seite der Frage.
Hier ist vor allem die Kehrseite des Unternehmer-Gewinns, der Unter
nehmerverlust ins Auge zu fassen. Eine Theilnahme am Gewinn involvirt
nothwendig eine Theilnahme am Verlust; ohne letztere' ist erstere nicht denk
bar, wenn das Verhältniß ein logisches, rechtliches und nicht ein Almosen-
Verhältniß sein soll. Einen Verlust ertragen können, setzt das Vorhandensein
von Capital voraus, aus welchem derselbe, ohne die Existenz des Eigenthümers
zu gefährden, bestritten werden kann. Solche Capitalisten sind die Arbeiter
nicht, und haben sie kleine Ersparnisse gemacht, so sollten diese am aller
wenigsten industriellen Risiken ausgesetzt werden. Eben weil das Risiko in
gewerblichen Unternehmungen ein sehr bedeutendes ist, muß der Nutzen des
selben ein größerer sein. Derselbe ist jedoch nur zu einem Theil als die
Risikoprämie des im Geschäfte arbeitenden Capitals anzusehen und zum
andern als Unternehmer-Gewinn zu betrachten, der einerseits das Aequivalent
der Arbeitsleistung des Unternehmers repräsentirt, andererseits das moralische
Risiko desselben ausdrückt, durch welches er dem Capitalisten eine Gewähr
für die Sicherheit seiner Einlage bietet. Wir können uns zwei gleiche Unter
nehmungen denken, welche mit gleichen: geliehenen Capital arbeiten, gleich
renssiren und von denen das eine dem Unternehmer einen größeren Nutzen
abwirft, als das andere, weil er vermöge seiner Persönlichkeit sein Capital
zu geringerem Zinsfuß erhält wie der andere!
Wie schwankend die Gewinne in den meisten Geschäften sind, wie oft
auf ein günstiges Jahr lange Zeiten kommen, in denen ohne Gewinn oder
mit Verlust gearbeitet wird, weiß jeder Unternehmer, nur durch das Sammeln
in günstiger Zeit wird das Ertragen dieser Verluste möglich gemacht. Diesen
wechselnden Chancen des Unternehmer-Gewinns gegenüber steht der stabile