Full text : Ueber Betheiligung der Arbeiter am Unternehmergewinn

Ueber  Gewmnbetheiligung  bet  Arbeiter.

41

Reinertrag.
Thlr.

Tantieme
d  8  Proc.
Thlr.

Zahl  der
Portionen.

Betrag  der
einzelnen
Portionen.
Thlr.

Poseqnick

—

—

—

—

18°'/gg

Bettyhof

—

—

Lonisenwerth

658

52'Vs

18  V-3



Posegnick

2890

246

42

6

'8°V«9

Bettyhof

446

36

9

4

Louisenwerth

—

—

—

Posegnick

2000

160

36

4V.

18‘ 9 /ro

Bettyhof

213

18

9

2

Louisenwerth

1000

80

20

4

Posegnick

3325

266

38

7

18’7„

Bettyhos

1(156

84V,

8

l9 lT /so

Lonisenwerth

1575

126

21

6

Poseqnick

5175

414

46

9

>8"/„

Bettyhof

618

4  9  Vs

11

4 1 /  a

Lonisenwerth

2250

180

20

9

Poseqnick

I  6031

482

40

12

18",7-Beltyhof



1867

149

11

13

Lonisenwerth!  4217  .

321

20

16

Das  Jahr  1867/68  war  das  für  Ostpreußen  so  verhängnißvolle  Nothstandsjahr ­
  und  blieb  auch  in  seinen  Nachwirkungen  für  die  Jahre  1868/69  und  1869/70
noch  sehr  fühlbar,  dem  entsprechend  war  auch  die  Tantieme  dieser  3  Jahre  die  geringfügigste, ­
  die  seit  Einführung  derselben  zur  Vertheilung  gekommen  ist.
Als  Vortheile  der  Gewinnbetheiligung  betrachte  ich  in  erster  Linie  die
schon  vorstehend  angedeutete  sittliche  und  intellectuelle  Einwirkung  auf  die
Arbeiter.  Daß  dieselbe  nur  eine  wenig  in  die  Augen  fallende  und  sehr  allmälige
  sein  kann,  namentlich  bei  einem  Arbeiterstande,  der  noch,  wie  in  Ostpreußen, ­
  auf  einer  sehr  niedrigen  Bildungsstufe  steht,  liegt  auf  der  Hand.
Ganz  ausgeblieben  ist  sie  meiner  Ueberzeugung  nach  auch  bei  mir  nicht.  Ein
fernerer  Vortheil,  den  ich  sehr  hoch  anschlage,  ist,  daß  durch  die  Tantieme
ein  Mittel  gegeben  ist,  die  Empfänger  zu  regelmäßigen  Einzahlungen  in  die
Sparkasse  zu  nöthigen.  Seitdem  die  Tantieme  hier  auf  8  Prozent  erhöht
ist,  sind  die  Empfänger  verpflichtet,  2 /s  davon  in  die  hiesige  Sparkasse  zu
zahlen  und  zwar  haben  sie  nur  über  Vs  und  die  Zinsen  davon  freie  Verfügung, ­
  das  andere  V 8  und  die  Zinsen  davon  verbleibt  als  sogenannter  eiserner
Bestand  und  haben  sie  erst  vom  55.  Lebensjahre  ab  über  die  Zinsen  und
vom  60.  Lebensjahre  ab  über  das  Capital  freie  Verfügung').
Der  günstige  Einfluß  der  Sparkasse  auf  die  arbeitende  Bevölkerung  ist
allgemein  bekannt,  hier  sei  nur  noch  erwähnt,  wie  ganz  besonders  für  die
V  Wenn  ein  Arbeiter  vom  Gute  wegzieht,  erhalt  er  den  eisernen  Bestand
erst  nach  zwei  Jahren  ausgezahlt.  Selbstverständlich  wird  derselbe  ihm  aber  bis
dahin  auch  verzinst.
            
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