258
Zweites Buch. Die Gegner.
zwei verschiedene Sprachen gebrauchten. Wir werden versuchen, sie-
zu definieren, um, wenn irgend möglich, den Leser in dem Wirrwarr
der Lehren zu orientieren, im Augenblick, in dem sich die Wegteilung
zwischen den beiden großen Eich tun gen des wirtschaftlichen Denkens
vollzieht.
a) Adam Smith, Ricaudo und J.-B. Sat haben das Bereich der
Nationalökonomie klar von dem der sozialen Organisation getrennt.
Wie wir schon gesagt haben, ist für sie das Eigentum eine soziale'
Tatsache, die sie ohne Erörterung als gegeben annehraen 1 ). Die Art
seiner Verteilung und seiner Übertragung, die Ursachen, auf denen
es beruht, die Folgen, die sich aus ihm ergeben, bleiben außerhalb
ihrer Untersuchungen. Unter Güterverteilung oder Güterausteilung
verstehen sie einfach die Verteilung des jährlichen Einkommens:
unter die Faktoren der Produktion. Das, was sie interessiert, ist
die Art und Weise, in der sich die Höhe der Zinsen, der Pacht und
des Lohnes festsetzt. Ihre Verteilnngstheorie ist nichts anderes als-
eine Theorie des Preises der „Dienste“. Sie kümmert sicli nicht um
die Einzelpersonen; das gesellschaftliche Erzeugnis verteilt sich
nach ihrer Ansicht auf Grund notwendiger Gesetze unter unpersön
liche Faktoren: den BODEN, das KAPITAL und die ARBEIT..
Hin und wieder personifizieren sie diese Faktoren für die Bequem
lichkeit der Erörterung (wenn sie von Grundbesitzern, Kapita
listen und Arbeitern sprechen), was aber an der Sache selbst nichts
ändert.
Für die Saint-Simonisten und für die Sozialisten besteht das
Problem der Güterverteilung hauptsächlich darin, zu wissen, wie sich
das Eigentum unter die Menschen verteilt. Warum sind gewisse
Menschen Eigentümer, und whrum sind es andere nicht? Warum
sind die Arbeitsmittel, der Boden und das Kapital so ungleichmäßig
verteilt? Warum sind die individuellen Einkünfte, die sich aus
dieser Verteilung ergeben, ungleich? An die Stelle der Unter
suchung abstrakter Produktionsfaktoren stellen die Sozialisten die
Betrachtung lebender Individuen oder der sozialen Klassen
und der Beziehungen, die das positive Recht zwischen ihnen herstellt.
Diese beiden Auffassungen der Güterverteilung und die beiden so
grundverschiedenen Probleme, die darauf beruhen, — das eine rein
x ) „Die meisten Ökonomisten, und besonders Say, der sie beinahe alle zu-
sammenfaßt, betrachten das Eigentum als eine bestehende Tatsache, deren Ursprung
und Fortschritt sie nicht weiter untersuchen und deren soziale Nützlichkeit
sie sich nicht einmal zu finden bemühen Die Arbeiten der englichen Volks
wirtschaftler sind noch weiter von jedem Gedanken an eine soziale Ordnung entfernt“
(Doctrine,. S. 221 u. 223). Die Saint-Simonisten nehmen von dieser Beurteilung;
nur Sismondi und Tubgot aus.